Halle (dpa/sa) - Die Kosten für neue Bauprojekte in Sachsen-Anhalt sind zuletzt drastisch gestiegen. Im zweiten Quartal lagen die geplanten Kosten fast doppelt so hoch als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistisches Landesamt am Donnerstag in Halle mitteilte.

Dabei seien vor allem staatliche Bauprojekte deutlich teurer geplant worden: Bei öffentlichen Bauherren lagen die Kosten im Schnitt bei 406 000 Euro pro Wohngebäude. Das war fast zweieinhalb Mal so viel wie vor einem Jahr. Allerdings machten die 24 öffentlichen Projekte den geringsten Anteil der genehmigten Wohngebäuden aus. Laut Statistik wurden insgesamt 992 Pläne genehmigt, davon rund 850 von privaten Bauherren.

Auswirkungen der Corona-Krise seien nicht zu erkennen, teilten die Statistiker weiter mit. Insgesamt wurden im zweiten Quartal 1232 Genehmigungen für Neu- und Umbauten von Wohn- und Gewerbegebäuden genehmigt. Das seien 5,3 Prozent mehr als zwischen April und Juni 2019. Dabei sollen deutlich mehr Wohnungen entstehen (plus 43 Prozent).

Die Baubranche verzeichnet seit Jahren einen Boom. Arbeitnehmervertreter verwiesen erneut darauf, dass sich die Suche nach Nachwuchskräften schwierig gestaltet. Im Juli seien in Magdeburg und Halle noch jeweils die Hälfte der angebotenen Azubistellen frei geblieben, teilte die Gewerkschaft IG Bau am Donnerstag mit. Wenn es Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, gerate das Fundament der gesamten Branche ins Wanken, so Gewerkschaftsvertreter Karlheinz Weniger. Er sprach sich für attraktivere Arbeitsbedingungen und eine bessere Vergütung aus.

Statistik des Statistischen Landesamts zu Baugenehmigungen