Loburg (dpa/sa) - Der Storchenhof in Loburg (Kreis Jerichower Land) hat das zweite Jahr in Folge denselben Schwarzstorch aufgepäppelt und in die Freiheit entlassen. Das Tier namens Schorsch nutzte die Auswilderungsaktion am Sonntag sofort für ein Bad in einem kleinen Bach. Die Loburger Vogelschützer hoffen, dass der Storch dieses Mal den Sprung in die Freiheit schafft. Schorsch sei bereits voriges Frühjahr freigelassen worden, sagte Storchenexperte Michael Kaatz. Doch im Herbst kam das Tier auf seinem Weg ins Winterquartier in Richtung Süden nur 200 Kilometer weit bis nach Thüringen. Dort sei er aufgesammelt und zum Storchenhof zurückgebracht worden, sagte Kaatz.

Deutschlandweit gibt es Schätzungen zufolge noch 800 Brutpaare bei den Schwarzstörchen. Bei den bekannteren Weißstörchen sind es laut Kaatz etwa siebeneinhalb Mal so viele.

Bei der Auswilderungsaktion wurden neben Schorsch auch drei Weißstörche und ein Mäusebussard freigelassen. Zwei der Weißstörche seien im Herbst geschwächt auf den Hof gekommen, sagte Kaatz. Der Mäusebussard habe eine Schnabelverletzung auskuriert. Der Storchenhof in Loburg ist auf das Aufpäppeln von Vögeln spezialisiert. Voriges Jahr kamen etwa 60 Störche und fünf bis zehn Mäusebussarde, schätzte Kaatz. Letztere seien häufig Opfer von Zusammenstößen mit Autos.

Die Loburger lassen gesundete Tiere mehrmals im Jahr frei. Der April bietet sich den Experten zufolge an, weil das Futterangebot gut und die Tage lang sind. Etwa 30 Zuschauer beobachteten die Aktion.