Magdeburg (dpa/sa) - Mehr als ein Drittel der Städte- und Gemeindestraßen in Sachsen-Anhalt befindet sich einer aktuellen Studie zufolge in einem schlechten Zustand. Zudem sei mehr als die Hälfte der kommunalen Brücken stark sanierungsbedürftig, sagten die Forscher des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) bei der Vorstellung der Studie am Montag.

Daraus ergibt sich den Berechnungen zufolge großer Handlungsbedarf: In den kommenden fünf Jahren müssten fast 3,7 Milliarden Euro in das 17 700 Kilometer lange Straßennetz investiert werden. Bleibe es bei den Bauaktivitäten der vergangenen Jahre, könnte der Stau nicht abgebaut werden, schlussfolgerten die Forscher.

"Wir brauchen eine langfristige Investitionsperspektive", sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Jürgen Leindecker. Das Land müsse 80 bis 100 Millionen Euro pro Jahr für den kommunalen Straßenbau bereitstellen. Bauprojekte brauchten Vorlauf, ohne eine langfristige Zusage könnten die Kommunen nicht planen. Damit wiederholte Leindecker eine seit Jahren erhobene Forderung.

Die Difu-Forscher hatten alle Städte und Gemeinden erstmals gebeten, sich an einer Online-Umfrage zu beteiligen. Gut 40 Prozent, beziehungsweise 84 von ihnen, folgten dem Aufruf. Im Schnitt investierten die Städte und Gemeinden seit 2016 rund 147 Millionen Euro pro Jahr in ihr Straßennetz. Für das laufende Jahr seien Arbeiten mit einem Volumen von gut 200 Millionen Euro geplant, hieß es vom Difu. In den vergangenen Jahren hätten die hohe Auslastung der Baubranche sowie fehlendes Planungspersonal jedoch immer wieder dazu geführt, dass geplante Bauprojekte nicht umgesetzt werden konnten.