Halle (dpa/sa) - Knapp zwei Monate nach dem rechtsterroristischen Anschlag auf eine Synagoge in Halle kehrt bei der Jüdischen Gemeinde langsam der Alltag zurück. Auch die Gottesdienste zum Schabbat seien weiterhin gut besucht, sagte ihr Vorsitzender Max Privorozki der Deutschen Presse-Agentur. Der Schabbat ist im Judentum Feiertag und Ruhetag - wie für Christen der Sonntag. Er beginnt am Freitagabend und dauert bis zum Samstagabend.

Privorozki betonte jedoch, dass die Gemeinde weiterhin Ruhe brauche. Fast täglich werde mit dem Landeskriminalamt gesprochen, um die neuen Sicherheitsvorkehrungen abzustimmen.

Am 9. Oktober hatte ein antisemitisch und rechtsextremistisch motivierter Attentäter versucht, in die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Synagoge einzudringen. Als das scheiterte, erschoss der 27-jährige Deutsche eine Passantin und kurz darauf einen jungen Mann in einem Dönerladen. Auf der Flucht verletzte der mutmaßliche Täter ein Paar schwer, bevor er festgenommen wurde. Der Mann hat den Anschlag gestanden.