Halle (dpa/sa) - Auf den Bühnen im Land gehen die Arbeiten an neuen Produktionen trotz der coronabedingten Zwangspause weiter. "Wir haben sehr angestrengt geprobt", sagte die Geschäftsführerin der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, Uta van den Broek, am Donnerstag mit Blick auf die vergangenen Monate. Es seien zahlreiche Stücke fertig. Die rund 470 Mitarbeiter an den Bühnen Halle spürten aufgrund der von Bund und Ländern neu beschlossenen Verlängerung des Teil-Lockdowns derzeit "zwei Seelen in ihrer Brust". Einerseits gebe es Verständnis für die Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit. Anderseits würden alle gern wieder auftreten wollen.

Auch am Theater in Magdeburg und dem Anhaltischen Theater in Dessau-Roßlau werde nach eigenen Angaben dem Ende der Zwangspause entgegengefiebert. "Alle sind sehr bedrückt", sagte der Generalintendant des Anhaltischen Theaters, Johannes Weigand, am Donnerstag. Das Theater Eisleben stelle zunächst bis zum 10. Januar 2021 seinen Spielbetrieb ein, teilte das Haus am Donnerstag mit. Bund und Länder hatten am Mittwochabend beschlossen, dass der Teil-Lockdown zunächst bis zum 20. Dezember verlängert werde.

In Halle würden derweil Theaterstücke wie "Solo Sunny" nach dem DEFA-Film von Konrad Wolf und "Das Urteil" nach Franz Kafka "auf Halde" produziert, erklärte der Intendant des Neuen Theaters, Matthias Brenner. Beim Puppentheater seien "Die kleine Seejungfrau" und "Der kleine Prinz" für die Zeit nach der Pause geplant. Auch an der Oper und dem Ballett gingen die Arbeiten weiter.

Um den Kontakt zum Publikum während der Zwangspause zu halten, würden die Theaterverantwortlichen derzeit über neue Formate nachdenken. Das Anhaltische Theater plane etwa einen digitalen Adventskalender für die eigene Internetseite, so Weigand. Beim Theater in Magdeburg sollen Interessierte demnächst anrufen können und live ein Stück der Orchesterleute am Telefon vorgespielt bekommen, sagte Theatersprecherin Christine Villinger. In Halle sollen Aufzeichnungen von Auftritten online gestellt werden. Zudem soll es "Überraschungen" in der Stadt geben. Genaueres verrieten die Theaterschaffenden nicht.