Halle (dpa/sa) - Der Mann, der bei einem mutmaßlichen Einbruch in einem Mehrfamilienhaus in Halle zwölf Meter in die Tiefe stürzte und starb, war ein angehender Polizist. Das teilte die Polizei am Montag mit. Zuvor hatten die "Mitteldeutsche Zeitung" und die "Bild"-Zeitung berichtet. Der 24-Jährige habe seit 2016 an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben seine Ausbildung gemacht. Er sei gebürtiger Hallenser. Weitere Details wollten die Ermittler aus Rücksicht auf die Angehörigen des Toten zunächst nicht nennen.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der 24-Jährige am Sonntagmorgen zunächst in eine Wohnung des Mehrfamilienhauses eingedrungen. Dort sei er von zwei Bewohnern ertappt worden. Als die beiden versuchten, ihn festzuhalten, flüchtete der mutmaßliche Einbrecher im Hausflur nach oben bis auf eine Dachterrasse. Von dort sei der Mann abgestürzt, als er vermutlich seine Flucht fortsetzen wollte, teilte die Polizei weiter mit. Rettungskräfte versuchten vergeblich, den 24-Jährigen nach dem Sturz wiederzubeleben. Die Staatsanwaltschaft ordnete jetzt eine Untersuchung des Toten in der Rechtsmedizin an.

Es ist nicht der erste Polizeischüler in Sachsen-Anhalt, der für Schlagzeilen sorgt. Erst Anfang April war bekannt geworden, dass die Fachhochschule der Polizei vier Anwärtern wegen Drogenvorwürfen gekündigt hatte. Die Fälle liegen schon mehrere Monate zurück, es laufen Disziplinarverfahren. Daher hielten sich die Verantwortlichen zu Details der Vorwürfe und zu den Betroffenen bisher zurück. Der Rektor der Hochschule, Frank Knöppler, hatte nach Bekanntwerden der Drogenvorwürfe betont, dass es sich um Einzelfälle handele. Einen Grund, die Qualitätsstandards bei der Auswahl der Bewerber zu ändern, sah er deshalb nicht.

Erste Mitteilung der Polizei zum tödlichen Sturz des Einbrechers