Magdeburg (dpa) - Trainer Claus-Dieter Wollitz vom Fußball- Drittligisten 1. FC Magdeburg befürchtet bei einer Fortsetzung des Spielbetriebes wirtschaftliche Probleme bei vielen Clubs. "Viele Vereine müssten bei Geisterspielen eventuell Insolvenz anmelden. Daher kann ich es nicht nachvollziehen, Vereine bewusst in Insolvenzen führen zu wollen", sagte Wollitz im Interview des Online-Portals "Spox.com".

Die Liga ist gespalten: Während die bayerischen Vereine eine Fortsetzung ohne Zuschauer bevorzugen, sprachen sich acht Vereine für einen Abbruch der Saison aus, darunter auch die fünf Clubs aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Der 54-Jährige kritisiert zugleich Pläne für eine zweigleisige Liga. "Ich glaube, dadurch würde zu viel sportliche Qualität verloren gehen. Der Unterbau der 1. und 2. Liga muss qualitativ hochwertig sein. Mit 40 oder mehr Mannschaften wäre das nicht gegeben." Zudem hätten sich erst vor wenigen Wochen alle Drittligisten gemeinsam klar für die eingleisige 3. Liga ausgesprochen, sagte Wollitz, der die Einigkeit und Solidarität in der Coronavirus-Krise vermisst.

Wollitz plädierte erneut für fünf Absteiger und fünf Aufsteiger in der 3. Liga. Das System in Deutschland sei dafür ausgelegt angesichts von fünf Regionalligen, deren Meister nicht automatisch aufsteigen. Als ehemaliger Coach des Regionalligisten Energie Cottbus hatte Wollitz diese Aufstiegsregelung oft kritisiert. Heute sei es "aktueller denn je".

Claus-Dieter Wollitz auf Spox