Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt wird mit Blick auf die Corona-Hygiene zunächst keine Lüftungsgeräte für Klassenräume anschaffen. Es gebe keine verlässlichen Erkenntnisse, dass die Geräte wirklich helfen, das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) in einer Facebook-Fragestunde der "Mitteldeutschen Zeitung" (Mittwoch). Stattdessen gebe es Hinweise, dass die Lüfter sogar schädlich sein könnten, wenn sie an den falschen Orten im Raum aufgestellt seien. "Ich bin kein Gegner von diesen Geräten, aber ich weiß nicht, ob sie helfen und ich kann nicht auf Verdacht Geräte für 20 000 Klassenzimmer anschaffen."

Stattdessen sollten die Schulen weiterhin auf das nachgewiesenermaßen hilfreiche Lüften setzen, sagte Tullner. Es gelte, regelmäßig den Unterricht zu unterbrechen, alle Fenster zu öffnen und fünf Minuten zu lüften. Das sei trotz der winterlichen Temperaturen zumutbar. Laut wissenschaftlicher Berechnungen sinke die Zimmertemperatur nach dem Stoßlüften um zwei bis drei Grad. "Es ist nicht so, dass die Kinder dann in Kältekammern sitzen."

Zuvor hatte unter anderem die oppositionelle Linke im Landtag gefordert, ein Landesprogramm für die Anschaffung von Luftreinigern an Schulen aufzulegen. Mehrere Bundesländer, darunter auch Thüringen, lehnten das bisher ab - mit ähnlichen Argumenten wie Tullner. Der sachsen-anhaltische Bildungsminister sagte, es würden zunächst weitere Erkenntnisse zum richtigen Umgang mit Luftfiltern abgewartet.