Halle (dpa/sa) - Das Leben in Sachsen-Anhalt ist im Juli erstmals seit Jahren wieder günstiger geworden. Die Verbraucherpreise lagen im Schnitt 0,2 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Halle mitteilte. Damit verbilligten sich die Preise im Jahresvergleich erstmals seit fünfeinhalb Jahren wieder. Im Vergleich zum Juni lag das Minus bei 0,5 Prozent. Ein Grund für die Entwicklung sei die gesenkte Mehrwertsteuer, teilten die Statistiker mit.

Seit Juli sind für die Waren des täglichen Bedarfs 5 statt 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig, der Satz für die restlichen Waren und Dienstleistungen sank von 19 auf 16 Prozent. Diese Maßnahme gilt zunächst bis Jahresende. Die Bundesregierung will damit die Kauflaune ankurbeln und die negativen Folgen der Corona-Pandemie abmildern. Auch bundesweit schlug sich das nieder. Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts verringerten sich die Verbraucherpreise deutschlandweit im Schnitt um 0,1 Prozent im Vergleich zum Juli 2019.

Bei fast drei Viertel aller Waren und Dienstleistungen, die die Statistiker in Sachsen-Anhalt für die Berechnung heranziehen, registrierten sie im Juli niedrigere Preise. So war Bekleidung im Schnitt 5,3 Prozent günstiger als noch im Juni. Die Preise für Nahrungsmittel sanken binnen eines Monats um 2,5 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr mussten die Sachsen-Anhalter unter anderem beim Tanken (minus 11,6 Prozent) sowie für Strom (minus 6,3 Prozent) weniger ausgeben. Auch Pauschalreisen waren in der Sommerurlaubszeit 1,5 Prozent günstiger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Juni zogen die Preise für die Ferienreise hingegen um 16,6 Prozent an.

Mitteilung des Statistischen Landesamts zu Verbraucherpreisen