Aschersleben (dpa/sa) - Für den bevorstehen Streik bei Ameos ist die Gewerkschaft Verdi eigenen Angaben zufolge auf 15 Wochen Arbeitskampf vorbereitet. "Wir stellen uns auf eine ganz, ganz harte Auseinandersetzung ein", sagte Annett Kannenberg-Bode, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Sachsen-Anhalt Nord, am Samstag auf einem SPD-Landesparteitag in Aschersleben. Sie und Angestellte des umstrittenen Klinikbetreibers Ameos waren beim Parteitag mit stehenden Ovationen empfangen worden.

Kannenberg-Bode sagte zudem: "Es wird Leute geben, die dort blaue Fahnen schwenken wollen." Einzelne würden dort "braune Körner" sähen wollen, diese Menschen wolle man dort aber nicht sehen, ergänzte sie.

Die Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag, Katja Pähle, sicherte den Streikenden Unterstützung zu. Sie sei stolz auf die Entscheidung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in den Streik zu gehen. Man müsse erkennen, dass es ein Fehler sei, Gesundheit wie eine Ware zu handeln.

Auf dem Parteitag hatte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) zudem ihren Vorschlag bekräftigt, ein kreditfinanziertes Investitionsprogramm für Krankenhäuser aufzulegen. Sie werde ab nächster Woche jeden einzelnen Ort aufsuchen, an dem gestreikt werde.

An den betroffenen Krankenhäusern schwelt seit Monaten ein Konflikt zwischen dem Betreiber Ameos und den Angestellten. Verdi fordert einen Tarifvertrag, Ameos sieht in Tariflöhnen eine Gefahr für den Fortbestand der Krankenhäuser. Bereits im November hatte es erste Warnstreiks gegeben. Verdi wirft Ameos vor, in Folge dessen mehrere fristlose Kündigungen ausgesprochen zu haben. Der Gesundheitskonzern streitet das ab und begründete die Kündigungen mit Erlösausfällen.