Potsdam (dpa/bb)- Umweltschützer fordern angesichts der angespannten Wassersituation in der Lausitz ein Umdenken - auch bei geplanten Tagebaurestseen. Aktueller Anlass ist die Forderung einiger Kommunalpolitiker, durch eine Machbarkeitsstudie den Bau eines Elbe-Überleiters zu prüfen. Das sei keine geeignete Lösung, hieß es in einer Mitteilung der Landesverbände des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aus Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt vom Donnerstag.

Eine Überleitung von Elbwasser zur Stützung der Lausitzer Wasserverhältnisse würde nur weitere negative ökologische Folgen nach sich ziehen, sagte Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. "Das Problem wird lediglich verlagert". Er wies darauf hin, dass das "massive" Wasserproblem in der Lausitz ein weiteres Beispiel für die verheerenden Folgen des Braunkohleabbaus sei, bei dem viele ökologische Schäden lange ausgeblendet wurden. Auch deshalb sollten die Größe der geplanten Tagebaurestseen kritisch geprüft werden.

Auch eine Verkleinerung des Cottbuser Ostsees müsse als Option geprüft werden, erklärte Franziska Sperfeld, Vorsitzende des BUND Brandenburg. Die anderen Restseen müssten so klein wie möglich geplant werden, denn es sei kein Wasser da, um noch weitere 7700 Hektar Seenfläche zu schaffen, wie es der Bergbaubetreiber LEAG plant."

Die Umweltschützer begrüßten die geplante Studie des Umweltbundesamtes zu den wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohlenausstiegs in der Lausitz. Da auch die brandenburgische Regierung auf die Studie verwiesen habe, gehe man davon aus, dass bis Abschluss der Studie Ende 2022 keine planungsrechtlichen Tatsachen geschaffen werden.

Die Flutung des Cottbuser Ostsees mit Spreewasser ist ausgesetzt. Sie hatte im April 2019 begonnen und war wegen der anhaltenden Trockenheit vorläufig gestoppt worden. Der Ostsee soll einmal eine Wasserfläche von knapp 19 Quadratkilometern haben. Im Jahr 2025 soll das Wasser die notwendige Mindesthöhe von 2,70 Meter in der Mitte des Sees erreichen.