Magdeburg (dpa/sa) - Die Blutspendedienste in Sachsen-Anhalt haben nach eigenen Angaben wegen des Coronavirus weniger Spender. "An der Uni-Blutbank in Magdeburg ist das Blutaufkommen um circa 30 Prozent gefallen", sagte der Leiter der Uni-Blutbank, Hans-Gert Heuft. Die Verantwortlichen appellierten, es sei notwendig, Patienten in Magdeburg weiterhin mit Blut zu versorgen. Wer keine Anzeichen der Erkrankung habe und sich gesund fühle, sei als Blutspender herzlich willkommen, so Heuft. Die hohen Hygienestandards der Uni-Blutbank böten den potenziellen Spendern Sicherheit.

Auch der größte Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen spürt bereits die Auswirkungen des Virus. "Wir verzeichnen derzeit in Sachsen-Anhalt einen Rückgang im täglichen Spendenaufkommen von durchschnittlich 3 Prozent", sagte der DRK-Blutspendedienst-Sprecher Markus Baulke im niedersächsischen Springe. Die Tendenz sei allerdings steigend.

"Wir gehen derzeit davon aus, dass die Konservenbestände sich in den nächsten Tagen weiter reduzieren", sagte Baulke. Jeder Spender sei deshalb wichtig. Derzeit könnten noch alle Spendetermine angeboten werden.

Dennoch müsse über eine Art Notfallplan nachgedacht werden. Daran werde derzeit für den Fall weiter sinkender Zahlen gearbeitet, betonte Baulke. Konkretes wurde noch nicht genannt. Im vergangenen Jahr kamen zu den Spendeterminen in Sachsen-Anhalt rund 100 300 Menschen.

In allen Bundesländern in Deutschland sind bereits Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Infizierten steigt seit Tagen auch in Sachsen-Anhalt.