Klink (dpa) - Das Renaissanceschloss in Klink an der Müritz (Mecklenburgische Seenplatte) - eine der bekanntesten Immobilien in Ostdeutschland - gehört fortan zur Hotelgruppe Privathotels Dr. Lohbeck (Schwelm). Wie der bisherige Eigentümer Guido Gabriel am Montag in Klink sagte, hat die Hotelgruppe aus Nordrhein-Westfalen das denkmalgeschützte Hotel mit Orangerie und Wellnessanlagen direkt an der Müritz gekauft. Alle 60 Mitarbeiter würden übernommen. Die neuen Eigentümer wollen rund zwei Millionen Euro investieren und das Haus im gehobenen Segment Vier Sterne plus führen. Zum Kaufpreis machte Gabriel keine Angaben.

Der Unternehmer Gabriel hatte das Renaissance-Schloss, das vor 1945 der Gutsbesitzerfamilie Schnitzler gehörte, seit 1997 als Hotel betrieben und will sich nun neuen Aufgaben zuwenden. Zur Familie Schnitzler gehörte auch der Kommunist Karl-Eduard von Schnitzler (1918-2001), der im DDR-Fernsehen den "Schwarzen Kanal" betrieb. In der DDR war das markante Schloss zunächst Flüchtlingsunterkunft und später Erholungsheim.

"Mir war wichtig, dass die Beschäftigten gut untergebracht sind", sagte Gabriel. Insgesamt habe es etwa 20 Bewerber gegeben. Er habe darauf Wert gelegt, dass ein Unternehmen aus Deutschland das Schloss übernimmt. Die Privathotels Dr. Lohbeck betreiben mehr als 20 Hotels in Deutschland, Österreich und den USA mit insgesamt rund 3000 Betten und bisher 1100 Mitarbeitern. Klink ist neben dem Cliff Hotel in Baabe auf Rügen - ein früheres Gewerkschaftshotel in der DDR - der zweite Standort der Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern.

Wegen seiner traumhaften Lage ist das Schloss Klink auch schon Kulisse für TV-Serien wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (RTL) oder "Unser Charly" (ZDF) gewesen. Im Schloss wird an die Historie erinnert. Die Gemeinde hat Erinnerungstafeln aufstellen lassen, unter anderem für ein massives Mausoleum der Familie Schnitzler, das früher am vielbefahrenen Radweg um die Müritz stand. Anders als zuvor geplant will Gabriel das zweite Schlosshotel im wenige Kilometer entfernten Groß Plasten nun doch behalten. Dort sollen in den nächsten Monaten rund 600 000 Euro investiert werden, erklärte er. Der Gesamtwert beider Schlösser und eines Gutshauses als Pension in Klink war auf rund 16 Millionen Euro geschätzt worden.

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