Halle (dpa/sa) - Die Verbreitung des Coronavirus in Halle hat sich den Worten von Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) zufolge verlangsamt. Während sich die Fallzahlen in der Saalestadt Mitte März alle drei Tage verdoppelt hätten, seien es nun sieben Tage, sagte Wiegand am Mittwoch. Dies sei eine wichtige statistische Größe, um die Wirksamkeit von Maßnahmen einzuschätzen.

Dennoch verlaufe die Infektionskurve noch nicht flach genug. Ziel sei eine Richtgröße von zehn Tagen für eine Verdopplung der Fallzahlen, sagte Wiegand unter Berufung auf Epidemiologen.

"Aus heutiger Sicht gibt es jedenfalls keine schnelle Entwarnung", betonte das Stadtoberhaupt. Insgesamt gebe es in der Stadt 185 Infektionsfälle - zehn mehr als am Dienstag. In Krankenhäusern müssten 30 Patienten mit einer Corona-Infektion behandelt werden, was vier weniger als einen Tag zuvor seien. Vier Menschen müssen den Angaben zufolge beatmet werden.

Die Stadt empfiehlt den Hallenserinnen und Hallensern "ausdrücklich", einen Mundschutz in der Öffentlichkeit zu tragen. Dies verlangsame die Ausbreitung des Coronavirus. Dies könne jedoch nur eine Ergänzung sein. Besonders wichtig sei es, dass der Mindestabstand zu anderen Menschen eingehalten werde.

Die Stadtbibliothek will unterdessen kostenlos E-Books und andere Medien zur Verfügung stellen. Das sagte die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow. Interessierte könnten sich per Mail für das Angebot anmelden. Es gelte vorerst bis zum 30. April.