Halle (dpa) - Der Konjunkturexperte und Vizepräsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, hat sich zurückhaltend zu Folgen des Wahlergebnisses von Thüringen geäußert. "Wenn ich die Lage politisch richtig einschätze, dann sind Neuwahlen das wahrscheinlichste Szenario. Deren Ergebnis wird man abwarten müssen, bevor man die langfristigen ökonomischen Effekte abschätzen kann", teilte er am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Halle mit.

Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich war am Mittwoch zum Thüringer Ministerpräsidenten mit AfD-Stimmen gewählt worden. Dies sorgte für Entsetzen und löste ein politisches Erdbeben aus.

Durch die Wahl sei aus ökonomischer Sicht erst einmal nur die Unsicherheit über die weitere Entwicklung gestiegen, so Holtemöller. "Das kann dazu führen, dass ökonomische Entscheidungen aufgeschoben werden", erklärte er. Der Professor für Volkswirtschaftslehre betonte zugleich, für weitergehende Aussagen sei es noch zu früh.

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)