Berlin (dpa) - Wertvolle Bücher, Gemälde, Möbel oder Porzellane - was und wie in der DDR aus Privatbesitz in den staatlichen Verkauf oder in Museen kam, untersucht jetzt das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Am Dienstag stellte die Institution einen ersten Zwischenstand in Berlin zu mehreren Projekten vor. Ein Teil lasse sich vermutlich nicht mehr aufklären, sagte Gilbert Lupfer, Vorstand des in Magdeburg ansässigen Zentrums.

Mehrere Wissenschaftler betonten, dass sich die Herkunft von Kunstwerken, zu deren Verkauf Privatbesitzer auch durch fingierte Steuerverfahren gezwungen wurden, oft nicht mehr vollständig zurückverfolgen lasse. Gerade in den 1980er Jahren habe die DDR Kunst ins westliche Ausland verkauft, um so Devisen zu beschaffen.

Das Zentrum wurde 2015 ins Leben gerufen. Schwerpunkt der Stiftung ist die Provenienzforschung zu Kulturgütern, die die Nazis jüdischen Besitzern entzogen.