Fußball

Baustellen beim FCM nach Pokalsieg

Das 1:0 (0:0) des 1. FC Magdeburg im Landespokalfinale gegen den Germania Halberstadt war für den Club eine Pflichtaufgabe.

Von Manuel Holscher

Magdeburg l Freuen konnten sich am Ende aber beide Mannschaften, weil  auch Halberstadt im DFB-Pokal dabei ist. Es gab aber auch Misstöne beim Saisonabschluss.

Marius Sowislo war nach dem 1:0 des Drittligisten FCM vor 7134 Zuschauern gegen den Oberligisten Germania Halberstadt glücklich. Der Kapitän erzielte nach einer Vorlage von Christopher Handke das entscheidende Tor (52.). Der Club tat sich ansonsten schwer, die tapfer kämpfenden Halberstädter hatten zwischenzeitlich sogar mehr vom Spiel.

Nach der Partie zeigte sich der ehemalige FCM-Trainer und jetzige Halberstädter Coach Andreas Petersen trotzdem zufrieden: „Ich bin stolz darauf, was meine Mannschaft gezeigt hat.“ Ein Wunschlos für den DFB-Pokal, in dem Halberstadt auch dabei ist, weil sich der FCM als Vierter der 3. Liga qualifizierte, hatte er auch parat. „Mein Wunschlos für die erste DFB-Pokal-Runde ist Freiburg. Es wäre schön, wenn ich gegen meinen Sohn Nils antreten könnte“, so Petersen. Sein Gegenüber Jens Härtel hatte auch einen potenziellen Lieblingsgegner: „Es wäre toll, wenn der 1. FC Union Berlin nach Magdeburg kommen müsste.“

Zum „Man of the Match“ wurde am Ende Sowislo gewählt. „Ich habe mit dem FCM jetzt dreimal den Pokal gewonnen. Es war der elfte Sieg für den Verein. Man sieht, dass die Mentalität im Team passt“, betonte der 34-Jährige, der mit seiner Familie jetzt zwei Wochen in den Urlaub nach Ibiza fliegt. „Sicherlich hätten wir lieber in der Relegation gespielt, man sieht aber, dass im Laufe einer Saison alles passen muss“, sagte Sowislo.

14 bis 15 Spieler werden sich unterdessen heute nach Mallorca verabschieden und es bis Dienstag am Ballermann krachen lassen. Unter ihnen ist auch Manuel Farrona Pulido, dessen Zukunft noch unklar ist. „Ich habe Angebote aus der 3. Liga, auch aus der 2. Bundesliga. Es ist aber noch nichts entschieden“, sagte er.

Es gab aber bei aller Freude über die anstehenden freien Tage auch kritische Töne. Niklas Brandt, der den FCM verlassen muss und nach dem Pokalsieg verabschiedet wurde, ärgerte sich: „Es ist enttäuschend, wie es am Ende lief. Der Verein hat nicht mit offenen Karten gespielt. Ich habe erst am Montag über die Presse erfahren, dass ich nach dem Pokalspiel verabschiedet werde.“

Brandt hatte eine Option im Vertrag, dass sich dieser automatisch um ein Jahr verlängert, wenn er eine bestimmte Anzahl von Partien von Beginn an bestreitet. „Ich hätte in der Rückrunde noch viermal von Beginn an spielen müssen. Das wusste der Verein natürlich auch. Am Ende fehlte mir ein Einsatz“, sagte der Mittelfeldspieler, der jetzt darauf hofft, in der 3. Liga einen Verein zu finden. „Es ist schade, ich habe mich beim FCM sehr wohlgefühlt. Die vier Spiele hätte ich locker machen können, trotz meiner zwischenzeitlichen Verletzung.“

Vertragsverhandlungen unabhängig von der Option gab es nicht. „Man muss sich fragen, ob es von den Verantwortlichen so gut war, dass sie durch manche Aussagen Unruhe in die Mannschaft gebracht haben“, sagte Brandt.

Auch Piotr Cwielong wird nicht mehr das FCM-Trikot tragen. Der polnische Ex-Nationalspieler gab kurz vor dem Pokalfinale bekannt, dass er den Verein verlassen wird. „Ich bin stolz darauf, beim FCM gewesen zu sein. Über die Vertragsverhandlungen mit dem Verein möchte ich gar nicht viel sagen“, so Cwielong. Der 31- Jährige sagte, dass er nach Polen zurückkehren wird: „Dort habe ich ein paar Optionen.“

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