FCM

Bell Bell nutzt seine Chance beim 1. FC Magdeburg

Leon Bell Bell ersetzte beim 1:0-Sieg gegen den VfB Lübeck nicht nur Linksverteidiger Raphael Obermair in überzeugender Manier, sondern nutzte seine Chance zudem mit dem Siegtreffer.

Von Dennis Uhlemann
FCM-Außenspieler Leon Bell Bell überzeugte gegen Lübeck defensiv wie offensiv. Foto: Eroll Popova

Eine Hand reicht, um die Torchancen abzuzählen, die Leon Bell Bell in dieser Saison bislang hatte. Der Linksverteidiger des 1. FC Magdeburg bringt es nämlich erst auf 279 Spielminuten in acht Drittliga-Einsätzen und hatte somit noch gar nicht allzu viele Möglichkeiten, vor dem gegnerischen Kasten aufzutauchen. Umso bemerkenswerter, dass der 24-Jährige dennoch schon zwei Saisontore auf dem Konto hat.

Nicht nur in Duisburg erzielte er im Januar den späten Siegtreffer zum 2:1 (87.) bei einem Konkurrenten um den Klassenerhalt, auch am Sonntag gegen Lübeck ließ er mit seinem 1:0 nach 82 Minuten den FCM jubeln. Jeweils hatte er nur eine Chance und nutzte diese eiskalt. Angesprochen auf diese Ruhe blockt der Deutsch-Kameruner aber etwas ab: „Ich hätte gegen Meppen auch schon ein Tor machen können.“ Im Emsland zog er aus ähnlicher Position wie gegen Lübeck ab, scheiterte aber mit dem linken Fuß am Torwart (90.). „Ich hatte mir vorgenommen, dass ich es anders mache, wenn ich noch einmal so eine Chance bekomme.“ Und das hat er, in dem er sich die Kugel noch einmal ablegte und mit dem rechten, seinem eigentlich schwächeren Fuß, in die kurze Ecke zielte und traf.

Bell Bell hat nie nahgegeben

Womit Bell Bell erheblichen Anteil daran hatte, dass der FCM zum neunten Mal in Folge ungeschlagen blieb und als neuer Tabellenzehnter im Rennen um den Klassenerhalt nur noch über die Ziellinie gehen muss.

„Es hat sich sehr gut angefühlt“, gibt er sichtlich erleichtert an. Denn: „Es war eine schwere Phase für mich.“ Das wusste auch Trainer Christian Titz, der den Umgang mit seinem Schützling als „besondere Geschichte“ bezeichnete. So war er beispielsweise zum Auswärtsspiel in Rostock (2:0) mitgefahren, musste aber kurzfristig aus dem Kader weichen. Keine einfache Situation für einen jungen Spieler, der im Vorjahr gesetzt war, diese Saison gegen Lübeck aber erst zum zweiten Mal in der Startelf stand. „Wir reden mit den Spielern, trainieren mit ihnen differenziert“, beschreibt Titz, wie er zum Beispiel einen Bell Bell bei der Stange hält. „Leon hat nie nachgegeben. Er wollte nach den Trainingseinheiten immer mehr machen.“

Sperre von Obermair als Chance

Geduldig wartete der 1,80 Meter große Außenspieler, der im Sommer 2019 von der zweiten Mannschaft von Mainz05 an die Elbe wechselte, auf seine Chance. Erst bremsten ihn eine Rückenverletzung und Knieprobleme aus. Dann gab es lange kein Vorbeikommen an Raphael Obermair, der vor seiner Rotsperre kein einziges Spiel verpasste und unumstritten gesetzt war. „Schade, dass Rapha gesperrt ist. Aber ich habe gewusst, dass ich da sein muss, wenn die Mannschaft mich braucht“, sagt Bell Bell, der seine Chance gegen Lübeck nicht nur aufgrund seines Tores genutzt hat, sondern auch im Defensivverbund überzeugte.

„Er hat sich mit einer guten Partie belohnt“, freut sich Titz. Der Linksverteidiger meint bescheiden: „Ich fand meine Leistung ganz in Ordnung. Es gibt aber noch Luft nach oben.“ Mit weiteren Einsätzen, Torchancen und vielleicht sogar Treffern will sich Bell Bell weiter zeigen. Und wird dazu auch die Möglichkeit haben, ist Obermair vom DFB doch noch für zwei weitere Spiele gesperrt wurden.