FCM

Bertrams Abschied vom 1. FC Magdeburg ist eine „bittere Pille“

In der Hinrunde der Vorsaison sorgte der B&B-Sturm aus Christian Beck und Sören Bertram noch für Furore. Am Sonnabend nun wurden sie gemeinsam vom FCM verabschiedet. Wie dem Ex-Kapitän schmerzt auch Bertram der Abgang sehr.

Von Kevin Gehring 26.05.2021, 00:15
Sören Bertram hatte am Sonnabend mehrmals mit den Tränen zu kämpfen ? so auch in der 58. Minute, als er ein letztes Mal als FCM-Spieler vom Rasen der MDCC-Arena trabte.
Sören Bertram hatte am Sonnabend mehrmals mit den Tränen zu kämpfen ? so auch in der 58. Minute, als er ein letztes Mal als FCM-Spieler vom Rasen der MDCC-Arena trabte. Foto: Christian Schroedter

Magdeburg - Der ausgiebige Abschied von Christian Beck stellte am Pfingstsonnabend alles in den Schatten. Immerhin verlässt der Angreifer den Club nach achteinhalb Jahren als drittbester Torschütze der Vereinsgeschichte. Fast völlig unter ging dabei der emotionale Abschied von Sören Bertram, der den Drittligisten ebenfalls schweren Herzens im Sommer verlassen muss. Tränen standen dem 29-Jährigen in den Augen, als er in der 58. Minute ein letztes Mal vom Feld trabte und dort umgehend von Cheftrainer Christian Titz mit einer Umarmung in Empfang genommen wurde.

„Es sind einige Tränen geflossen“, verrät Bertram nach seinem letzten Auftritt in der MDCC-Arena im blau-weißen Dress. Nicht erst am Spieltag, schon in der Woche zuvor, als FCM-Coach Titz und Sportdirektor Otmar Schork ihm die Entscheidung des Vereins mitgeteilt hatten. „Es war sehr emotional“, erklärt der Linksfuß: „Das war eine bittere Pille, die ich schlucken musste.“

Bertram nur noch Ergänzunngsspieler

Vor allem, weil dieser Schritt überraschender kam als beispielsweise bei Sturmkollege Beck. Immerhin lief Bertram in 31 von möglichen 38 Drittliga-Begegnungen der abgelaufenen Saison 2020/21 für den 1. FC Magdeburg auf, erzielte dabei vier Treffer.

Doch kam Bertram in dieser Spielzeit eben nicht über die Rolle als Ergänzungsspieler hinaus, kam 20 Mal von der Bank und bestritt lediglich zwei Partien über die volle Distanz.

In der Vorsaison – Bertrams erste im Trikot des FCM – sah dies noch ganz anders aus. Als Neuzugang vom Zweitligisten SV Darmstadt 98 war der Blondschopf einer der Hoffnungsträger – und wurde dieser Rolle gerecht. 31 Startelf-Einsätze und 14 Scorerpunkte untermauerten seine Bedeutung. Besonders im Zusammenspiel mit Christian Beck harmonierte es augenscheinlich besonders gut.

Flügelspieler wäre gerne geblieben

Entsprechend mitgenommen war Bertram bei der Verabschiedung seines letztjährigen kongenialen Partners. „Beim Spalier sind selbst mir die Tränen gekommen“, erzählt Bertram, der Beck an der Seitenlinie fest in den Arm genommen hatte.

Ebenso wie der Ex-Kapitän hätte sich der gebürtige Uelzener über eine Vertragsverlängerung gefreut. „Es weiß jeder, dass ich sehr gerne hiergeblieben wäre. Ich habe super gerne für den FCM gespielt. Es war eine Ehre für mich“, sagt Bertram und begründet: „Es ist ein ganz spezieller Verein mit ganz speziellen Fans. Das wird auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.“

Fokus liegt auf dem Quali-Spiel gegen den HFC

So jedoch werden sich die Wege nach zwei Drittliga-Spielzeiten trennen?– wobei der Offensivspieler zunächst in Magdeburg bleiben wird. Wie und wo der Linksfuß seine Karriere fortsetzt, darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. „Unsere Wohnung ist noch nicht gekündigt, wir werden erst einmal hier wohnen bleiben“, erzählt Bertram von sich uns seiner Freundin. Alles Weitere werde mit der Zeit entschieden.

Doch bevor der Flügelspieler endgültig Lebewohl sagt, wartet noch eine wichtige Partie auf ihn und den FCM. Im Qualifikationsspiel gegen den Halleschen FC geht es am Sonnabend (16 Uhr/MDR) nicht nur um den Einzug in den DFB-Pokal, sondern auch um Revanche für zwei Niederlagen in den direkten Duellen der abgelaufenen Drittliga-Spielzeit (0:2, 0:1).

„Wir wollen unbedingt gewinnen“, versichert Bertram, für den es „natürlich ein ganz besonderes Spiel“ wird – kickte er doch selbst drei Jahre für die Saalestädter. In dieser Partie den entscheidenden Treffer für den FCM zu schießen, „wäre ein Traum“, sagt der Offensivmann. Dann würden wohl – im Gegensatz zum Sonnabend – einige Tränen der Freude fließen.