Fußball

FCM auf Sechs-Punkte-Mission

Mit klarer Analyse, aber auch mit Spiel und Spaß hat der 1. FC Magdeburg versucht, die jüngste 0:4-Pleite aus den Köpfen zu bekommen.

Magdeburg l Auch Christian Titz musste am späten Mittwochnachmittag wohl lächeln. Der Trainer des 1. FC Magdeburg durfte beobachten, wie bei seinen Spielern langsam die Köpfe hochgingen, die Lust zurückkam. Nach der 0:4-Pleite gegen Verl waren sie noch niedergeschlagen. Doch ein aktiver Spielenachmittag konnte Abhilfe schaffen. In vier Stationen von Tischtennis und Tischfußball über Darts bis zur Spielekonsole rückte das Team näher zusammen. „Wir haben Spaß gehabt und viele Gespräche geführt. Die Stimmung war sehr angenehm“, berichtet Titz, der davon wegkommen möchte, immer nur zurückzublicken.

Der Fokus liegt auf den kommenden Aufgaben. Und heute wird der FCM-Mannschaftsbus seine kleine Deutschland-Tour starten. Zunächst geht es nach Hessen, wo morgen um 14 Uhr das Auswärtsspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden ansteht. Anschließend, „um die Reisestrapazen zu verringern“, wie Sportchef Otmar Schork sagt, direkt weiter nach Nordrhein-Westfalen. Am Dienstag um 17 Uhr steht dann das Nachholspiel bei Viktoria Köln an. Zwischen den Partien kann der FCM auf den Plätzen des Bundesligisten 1. FC Köln trainieren. Und wird wohl jeweils mit dem gleichen Kader ins Rennen gehen. Titz verrät: „Wir reisen nur mit 18 Spielern an.“ Erst nach dem Duell in Wiesbaden wird entschieden, ob eventuell noch jemand nachkommt.

Doch zunächst konzentriert sich der FCM nur auf das Spiel beim Tabellenvierten. Titz weiß „um die Schwere der Aufgabe“, will aber die drei Punkte einfahren. Wenngleich er „weit davon weggeht, jedes Spiel als Schlüsselspiel auszurufen“. Zusätzlichen Druck kann der abstiegsbedrohte Club, der zuletzt fünf Niederlagen in Folge kassierte, wahrlich nicht gebrauchen.

Um die eigene Negativserie und die positive des Gegners – der SV Wehen ist seit neun Ligaspielen ungeschlagen – enden zu lassen, bedarf es aber offensiv wie defensiv einer großen Steigerung. Am wichtigsten wird es sein, nicht wieder frühe Gegentore zu kassieren. Dafür sind laut Titz „zwei Absicherungen vor der Kette“ nötig. Was durchaus für ein 4-2-3-1-System wie beim 1:2 im Auswärtsspiel gegen Türkgücü München spricht. Es gehe auch darum, „von Beginn an mit der absoluten Konzentration und der Bereitschaft, den Ball kompromisslos zu verteidigen, im Spiel zu sein“, so der Trainer.

Und wenn sein Team dann mit zunehmender Spieldauer die Null hält, ist sich Titz sicher, dass „wir mehr Spielanteile bekommen und mehr Offensivaktionen kreieren werden“. Nun muss der 49-Jährige also nur noch entscheiden, auf welche 18 Spieler er für die beiden Auswärtsspiele setzt. Am besten wohl auf die Akteure, deren Köpfe am Mittwochnachmittag am schnellsten wieder oben waren.