Fußball

FCM-Probleme nicht in Luft aufgelöst

Schon nach kurzer Zeit drückte Neutrainer Titz dem FCM seinen Stempel auf. Die Probleme haben sich trotzdem nicht in Luft aufgelöst.

Von Dennis Uhlemann 17.02.2021, 00:01

München l Bei einem reinen Blick auf die Zahlen geht das Duell der Neutrainer ganz klar an Andreas Pummer. Der 38-Jährige hatte Türkgücü in der vergangenen Woche übernommen und bei seinem Debüt einen 2:1 (2:1)-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg geholt. Dazu brachte er den Doppeltorschützen Lucas Röser (6./12.) neu ins Team. Der erste Auftritt vom neuen FCM-Coach Christian Titz ist hingegen nicht geglückt. Der abstiegsbedrohte Drittliga-Vorletzte kassierte die vierte Niederlage in Folge.

Dennoch waren schon nach wenigen Tagen viele positive Ansätze zu erkennen. In einem 4-2-3-1-System hatte der FCM über 60 Prozent Ballbesitz. Es gab über die 90 Minuten wohl keinen Spieler, den sich Titz nicht zur Seite genommen und ihm ein paar Worte mit auf den Weg gegeben hatte.

Doch das war auch nötig, nachdem der FCM mit zwei frühen Gegentoren vor große Probleme gestellt wurde. Ein abgefälschter Schuss und eine Flanke, die Röser mit der Hacke im Tor unterbrachte – die ersten beiden Türkgücü-Chancen waren drin und der FCM lag nach nicht einmal einer Viertelstunde 0:2 hinten. „Wir waren in den ersten 15 Minuten sehr fahrig“, bemängelte Titz. Der FCM war „in den Zwischenräumen nicht konsequent“, und die „Zuordnung stimmte nicht“, so der Neutrainer. Doch von jetzt auf gleich kann eben auch der 49-Jährige mit Bundesliga-Erfahrung die Verunsicherung beim FCM nicht abstellen.

Aufsteiger Türkgücü (6.), vorher selbst fünf Spiele sieglos, spielte dieser Start sehr in die Karten. Die Münchner stellten sich anschließend tief in die eigene Hälfte und lauerten auf Konter. Das Spiel gehörte nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Jürgen Gjasula, der erstmals seit Anfang Dezember wieder dabei war, zumeist den Gästen. Auch das macht Titz Mut: „Die Mannschaft war bemüht und hat schon nach wenigen Einheiten versucht, die angesprochenen Dinge umzusetzen.“

Doch dass der FCM im für Titz typischen Ballbesitzspiel über „gute Ansätze“ selten hinauskam, lag auch an der fehlenden Durchschlagskraft. Die Harmlosigkeit in der Offensive, ein wie die Anfälligkeit im Abwehrverbund bekanntes Problem, löst sich auch mit einem neuen Trainer natürlich nicht in Luft auf. Bis auf die Chancen von Sebastian Jakubiak (33.) und Nico Granatowski (57.) entwickelte der FCM kaum Gefahr. Magdeburg stand zwar höher als zuletzt. Was die Pässe in die Tiefe angeht, sagte Titz aber: „Dieses Mittel haben wir zu selten angewandt.“

Doch Titz fand auch Lösungen. Zum Beispiel dafür, dass sich sein Team in der ersten Hälfte mit dem Anlaufen schwertat. Er brachte zur zweiten Halbzeit Sirlord Con-teh und Andreas Müller. „Dann haben wir es in der ersten Linie gut gemacht“, meinte Titz. „Doch hinten müssen wir es noch besser machen.“ Denn es kam zu weiteren Möglichkeiten der Münchner. Bevor in der Schlussphase aufgrund des starken Schneefalls spielerisch auf beiden Seiten nicht mehr viel zusammenging, durfte sich der FCM vor allem bei Conteh bedanken, der stark gegen Sercan Sararer klärte (63.).

Doch was die Fehler in der Defensive und die mangelnde Durchschlagskraft nach vorn angeht, betonte Titz: „Das ist ein Thema der kleinen Schritte. Wir werden nicht von heute auf morgen alles hinbekommen.“ Auch wenn er die Zeit nicht gerade auf seiner Seite hat, kann die Qualität seiner Arbeit sicher noch nicht an dieser Partie gemessen werden. Dann schon eher nach dem Heimspiel gegen den SC Verl am Sonntag um 14 Uhr. In dieser Woche soll laut Titz „weiter an Details gearbeitet“ werden. Der Neucoach ist weiter optimistisch: „Wir haben noch 15 Spiele. Es sind immer noch genug Punkte zu vergeben.“

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