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Malachowski ist Stabilisator und Entscheidungsspieler des 1. FC Magdeburg

Als Adrian Malachowski im Sommer den Wechsel zum 1. FC Magdeburg wagte, verstand der junge Pole kaum ein deutsches Wort. Inzwischen fühlt sich der 23-Jährige in der Mannschaft angekommen und nimmt eine sehr wichtige Rolle im Zentrum ein.

Von Kevin Gehring
Adrian Malachowski (l.) fühlt sich beim FCM wohl, wenngleich er seine Heimat vermisst. Foto: Eroll Popova

Magdeburg. Adrian Malachowski hat es manchmal etwas schwerer als seine Mitspieler beim 1. FC Magdeburg. Dies lag in den vergangenen Monaten vor allem an der Kommunikation: Immerhin verstand der Neuzugang im Sommer nur wenige Worte Deutsch, als er den Wechsel vom polnischen Zweitligisten GKS Belchatow zum Drittligisten wagte. „Anfangs war es für mich sehr schwierig, Deutsch zu sprechen und zu verstehen“, erzählt der 23-Jährige und ergänzt zufrieden: „Mein Deutsch ist aber schon viel besser geworden. Inzwischen verstehe ich fast alles. Es wird von Woche zu Woche besser.“

Doch während sich Malachowski dieser Problematik in den vergangenen Wochen – analog zu den Abstiegssorgen mit seinem Team – entledigen konnte, ist eine weitere geblieben: Heimweh. Gerne würde der zentrale Mittelfeldspieler – wie es seine Kollegen regelmäßig tun – freie Tage wie das zurückliegende Wochenende für einen Besuch in der Heimat nutzen.

Heimatbesuche sind gestrichen

Aufgrund der pandemischen Lage kann er dies allerdings nicht. „Aktuell ist es für mich unmöglich, nach Polen zu fahren, weil ich dann in Quarantäne müsste, wenn ich zurück nach Deutschland komme“, erzählt er etwas bedrückt. Der letzte Heimatbesuch des Polen, für den der 1. FC Magdeburg die erste Station im Ausland ist, liegt deshalb schon seit Weihnachten zurück.

So wohl sich Malachowski in der Mannschaft fühlt, so sehr beschäftigt ihn diese Situation: „Ich vermisse meine Familie und meine Freunde“, sagt er. „Ich freue mich deshalb darauf, sie alle in der Sommerpause wiederzusehen.“

Mannschaft fängt Malachowski auf

Denn nicht nur der familiäre Rückhalt von Eltern und Großeltern fehlt, sondern auch Freundschaften fernab des Fußballs. „Ich habe wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen wenigen Kontakte gerade kaum Freunde“, erklärt der Pole. Woher auch? Immerhin sind die Möglichkeiten, in einer fremden Stadt unter diesen Umständen neue Leute kennenzulernen, sehr eingeschränkt. Doch wird Malachowski von seiner Mannschaft aufgefangen: „Ich habe sehr guten Kontakt mit den Jungs aus dem Team.“

Auch sein Trainer Christian Titz hält große Stücke auf den Mittelfeldspieler, der bei den Blau-Weißen eine sehr flexible Rolle einnimmt. „Adrian gibt unserer Defensive Stabilität, weil er neben seiner hohen Laufbereitschaft eine sehr hohe Zweikampfquote hat“, lobt Titz den Polen, der in den vergangenen sieben Partien nicht eine Minute verpasst hat. Doch ackert Malachowski nicht nur: „Er hat dieses Gefühl, wann setze ich mich ab, wann lasse ich mich in die Kette fallen, wann schiebe ich vor, wann komme ich zum Doppeln“, erklärt Titz die besondere Qualität des Entscheidungsspielers.

Pole gibt „enorme Stabilität“

Mit diesen Fähigkeiten hat er sich im variablen und stabilen Magdeburger Abwehrsystem in den vergangenen Wochen unverzichtbar gemacht. „Wenn wir zum Beispiel mit Thore Jacobsen und Andi Müller spielen, gibt er ihnen eine enorme Stabilität“, lobt Titz. Dass dieses Trio am Mittwoch in Saarbrücken wieder zusammen vor der Abwehr wirbelt, gilt als höchst wahrscheinlich.

Der Austausch auf dem Platz findet dann übrigens ausschließlich in deutscher Sprache statt, was für Malachowski inzwischen kein Problem mehr darstellt: „Das funktioniert im Zusammenspiel gut“, sagt er sichtlich zufrieden über den aktuellen Erfolgslauf und seine Rolle, die er dabei einnimmt.