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Obermair empfiehlt sich beim 1. FC Magdeburg für das Nationalteam

Raphael Obermair ist der Dauerbrenner des 1. FC Magdeburg. Lediglich 57 Minuten verpasste der Flügelspieler im Saisonverlauf – und hat sich damit in den Fokus der philippinischen Nationalmannschaft gespielt.

Von Kevin Gehring

Magdeburg. Für Raphael Obermair dürfte es durchaus ein komisches Gefühl gewesen sein, als auf der Anzeigetafel in Rostock in der 78. Minute seine Rückennummer 28 aufblinkte. Schließlich wurde der Dauerbrenner des 1. FC Magdeburg in der gesamten Saison bis dato nur zweimal ausgewechselt, spielte lediglich im Heimspiel gegen Viktoria Köln und zu Gast beim Halleschen FC nicht über die volle Distanz.

Von 2790 möglichen Einsatzminuten verpasste Obermair lediglich 57, ist damit hinter Wiesbaden-Verteidiger Sascha Mockenhaupt (13 Minuten verpasst) der Dauerbrenner unter den Feldspielern der 3. Liga. „Natürlich ist es schön, wenn man vom Trainer viel Spielzeit bekommt. Das zeigt ja auch, dass er auf mich baut und mir vertraut“, sagt Obermair. „In erster Linie ist mir aber der mannschaftliche Erfolg wichtiger“, betont der 25-Jährige.

Konstanz ist der Schlüssel

Warum der dynamische Flügelspieler unter Christian Titz weiter so fest gesetzt ist wie schon unter Thomas Hoßmang, fällt Obermair schwer zu erklären. „Ich denke, dass ich eine Konstanz auf den Platz bringe“, antwortet er zurückhaltend. „Die Trainer wissen, was sie von mir erwarten können.“

Das ist zum einen die große Laufbereitschaft, die den Rechtsfuß auf dem linken Flügel auszeichnet. Zum anderen sind es bissige Zweikämpfe und eine technisch feine Klinge mit dem Ball am Fuß. Und seit dieser Saison auch noch vermehrt die eigene Torgefahr – da sieht Obermair nämlich seine größte Entwicklung seit seinem Wechsel nach Magdeburg.

Mehr Zug zum gegnerischen Tor entwickelt

„Früher war es immer so, dass ich mehr Assists als Tore hatte. Jetzt ist es ausgewogen“, sagt er. Fünf Treffer stehen fünf Vorlagen gegenüber. „Ich versuche nicht mehr immer nur den besser positionierten Mitspieler zu finden, sondern habe meinen Zug zum Tor verbessert“, begründet Obermair seine bessere Ausbeute. Schließlich ist der gebürtige Bayer mit seinen fünf Torerfolgen – gemeinsam mit Andreas Müller und Baris Atik – noch immer bester Magdeburger Torschütze.

Bei Atiks aktueller Form könnte sich dies jedoch schon am Sonnabend ändern, wenn der FSV Zwickau um 14 Uhr in der MDCC-Arena gastiert. „Es wird auf jeden Fall ein kampfbetontes Spiel. Zwickau steht kurz vor der berüchtigten 45-Punkte-Marke. Sie werden alles reinhauen, um hier zu punkten“, blickt Obermair auf das Ost-Duell voraus. „Für uns heißt es, den Trend fortzusetzen und die positive Stimmung mitzunehmen“, so die klar formulierte Zielsetzung. Gut stehen die Chancen, dass Obermair dann wieder seinen angestammten Posten auf der linken Außenbahn einnimmt.

Philippinischer Verband hat angeklopft

Dass der Rechtsfuß beim Drittligisten konstant überzeugt, ist auch im fernen Asien nicht verborgen geblieben. „Der philippinische Verband fragt schon seit geraumer Zeit bei mir an“, erzählt Obermair, dessen Mutter aus dem Inselstaat stammt. Ziel der Bemühungen ist es, dass der Drittliga-Profi des FCM die Staatsbürgerschaft erlangt und so für die Nationalmannschaft auflaufen könnte.

„Die Pass-Beantragung läuft schon“, erzählt er. „Die Papiere habe ich jetzt alle zusammen, und wenn ich ein paar Tage Zeit habe, bringe ich sie in die philippinische Botschaft nach Berlin.“ Wahrnehmen würde Obermair diese Gelegenheit nämlich sehr gerne: „Es ist eine brutal coole Erfahrung für jeden Fußballer, mal eine Länderspielreise mitzumachen. Reizen würde es mich auf jeden Fall.“

Doch statt Länderspielen hat der Deutsch-Philippine zunächst den Abstiegskampf in Liga 3 im Kopf. „Der Fokus liegt sowieso im Verein, dass wir die Klasse halten“, betont Obermair. Dahingehend wäre ein Heimsieg über Zwickau ein nächster großer Schritt.