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Tobias Müller ist als Kapitän des 1. FC Magdeburg gereift

Seit etwas mehr als 100 Tagen führt Tobias Müller den 1. FC Magdeburg als Kapitän aufs Feld. Seit seiner Übernahme im Januar hat sich die Mannschaft, aber auch der Spielführer in seiner neuen Rolle extrem weiterentwickelt.

Von Kevin Gehring
Nach anfänglichen Problemen mit der Kapitänsbinde am Arm ist Tobias Müller (hinten) ? wie hier im Zweikampf mit dem Zwickauer Manfred Starke ? beim FCM wieder ein Fels in der Brandung. Foto: Popova

Magdeburg. Als Tobias Müller am 16. Januar dieses Jahres die Kapitänsbinde bei den Drittliga-Fußballern des 1. FC Magdeburg übernahm, war die Lage mehr als bedrohlich. Die Blau-Weißen standen auf dem vorletzten Tabellenplatz, hatten wenige Tage zuvor das Hinspiel gegen den 1. FC Saarbrücken mit 1:2 verloren.

Christian Beck, der immer seltener zum Einsatz kam, hatte seinen Posten freiwillig zur Verfügung gestellt, weil er das Gefühl hatte, „der Mannschaft in dieser Funktion“ nicht helfen zu können. Nach „intensivem Austausch zwischen Trainer Thomas Hoßmang und Sportdirektor Otmar Schork“ – so hieß es damals vom Verein – übernahm der bis dato Stellvertreter die Binde.

Keine leichte Anfangszeit als Kapitän

Für Tobias Müller war diese „Beförderung“ seinerzeit mit einer großen Umstellung verbunden. Insbesondere „diese Verantwortung, dass man sehr oft im Fokus steht“, war neu für ihn, erzählt er. Nachdem der Abwehrchef in seinen ersten beiden Auftritten als nomineller Kapitän noch Siege in Unterhaching (2:0) und Duisburg (2:1) feiern durfte, gerieten die Elbestädter in einen Abwärtsstrudel, in dessen Folge Thomas Hoßmang wenige Wochen später seinen Hut nahm.

Kapitän Müller wurde häufig die Aufgabe zuteil, die teilweise desolaten Auftritte seiner Mannschaft gegenüber der Öffentlichkeit zu erklären, stellte sich schützend vor sein Team. Und das, obwohl der sonst so sichere Abwehrmann in diesen Wochen selbst nur selten zu überzeugen wusste. „Anfangs habe ich sehr viel mit meinen Mitspielern gesprochen und konnte mich dementsprechend nicht so sehr auf meine Leistung konzentrieren“, denkt der 26-Jährige rückblickend und gesteht sich ein: „Ich hatte selbst eine Leistungsdelle.“

Zurück zu alter Stärke

Doch nachdem der Trainerwechsel hin zu Christian Titz den Blau-Weißen über Wochen hinweg mehr Selbstvertrauen gegeben hatte – was sich auch in den Ergebnissen widergespiegelte – wurden auch die Leistungen von Müller immer besser und besser. Der Kapitän hat für sich aus seiner schwierigen Anfangszeit gelernt: „Das Wichtigste ist, dass meine Leistung auf dem Feld passt. Nur dann kann ich der Mannschaft auch helfen.“ Und dies tat der Verteidiger zuletzt mit sehr überzeugenden und abgeklärten Leistungen, hatte damit einen großen Anteil an fünf Partien in Folge ohne Gegentor.

Dass diese Serie beim 2:1-Erfolg in Meppen gerissen war, ist gegenwärtig der einzige Kritikpunkt des Kapitäns. „Das ist Jammern auf ganz hohem Niveau“, weiß Müller. Insbesondere im Vergleich zu der prekären Situation an jenem Tag im Januar, als er die Binde übernahm und seine schwierige Anfangszeit begann. „Ich bin ganz ehrlich: So eine Serie, wie wir sie in den vergangenen Wochen hingelegt haben, hätte ich selbst nicht unbedingt erwartet“, gesteht der Spielführer nach zuletzt neun Partien ohne Niederlagen ein.

FCM will Klassenerhalt eintüten

Vor dem Saison-Endspurt steht der FCM deshalb in einer komfortablen Ausgangsposition, die am Mittwochabend veredelt werden soll: „Wir haben in Saarbrücken eine gute Chance, alles klarzumachen – und genau das ist auch unser Ziel“, sagt ein zufriedener Müller, der sich als Kapitän „mittlerweile immer wohler“ fühlt.