FCM

Zahlreiche Planstellen beim 1. FC Magdeburg offen

Aktuell umfasst der Kader des 1. FC Magdeburg 18 Spieler. Angesichts weiterer möglicher Abgänge will der Drittligist nun quantitativ und qualitativ aufrüsten, um zum Trainingsstart am 17. Juni schon den Großteil der Mannschaft zusammenzuhaben.

Von Dennis Uhlemann
Mit einem 3:0-Sieg in Saarbrücken sicherte der 1. FC Magdeburg in der vergangenen Saison vorzeitig den Klassenerhalt. In den nächsten Tagen wird sich herausstellen, wie viele der Spieler auch in der kommenden Spielzeit dabei sein werden.
Mit einem 3:0-Sieg in Saarbrücken sicherte der 1. FC Magdeburg in der vergangenen Saison vorzeitig den Klassenerhalt. In den nächsten Tagen wird sich herausstellen, wie viele der Spieler auch in der kommenden Spielzeit dabei sein werden. Foto: imago images

Nur noch zwölf Tage sind es, dann melden sich die Spieler des 1. FC Magdeburg aus dem Sommerurlaub zurück. Die kommenden eineinhalb Wochen werden zeigen, wie viele Spieler beim Trainingsauftakt für die Drittliga-Saison 2021/22 am 17. Juni dann schon dabei sein werden. Denn um den gewünschten 25 bis 27 Mann großen Kader zusammenzubekommen, haben Sportchef Otmar Schork und Trainer Christian Titz noch einiges zu tun.

Die beiden betonten zuletzt, den Kader ausgewogen gestalten zu wollen. Titz, der auch aus dem Urlaub heraus großes Mitspracherecht bei der Kaderplanung hat, meinte, dass er neue Spieler nicht in die Kategorie jung oder alt einordnet, sondern dass eine Entscheidung nach der Qualität fällt.

Doch der FCM muss eben nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ noch aufrüsten. Stand jetzt umfasst der FCM-Kader 18 Spieler. Es wird in den kommenden Tagen – je nach Anzahl weiterer möglicher Abgänge – also noch zahlreiche Transfermeldungen geben. Die Volksstimme gibt einen Überblick zu den einzelnen Positionen.

Torwart

Zwischen den Pfosten gibt es aktuell nur einen einzigen Spieler. Neuzugang Dominik Reimann, der die Erfahrung von 15 Zweitliga-Spielen bei Holstein Kiel mit an die Elbe bringt, hat dabei durchaus gute Karten, die neue Nummer eins zu werden. Wobei es natürlich darauf ankommt, wer dem 1,86-Meter-Mann, der am 18. Juni seinen 24. Geburtstag feiert, noch zur Seite gestellt wird. Es ist davon auszugehen, dass es wieder ein Torwart-Trio geben wird. Ein Platz wird wohl für einen Nachwuchs-Mann frei bleiben. Der Vertrag von Tom Schlitter (19), der im Vorjahr die Nummer drei war, läuft jedoch Ende Juni aus. Auch Lukas Böhm (19) trainierte zuletzt öfter bei den Profis mit.

Zudem wird ein weiterer externer Keeper kommen, um den Konkurrenzkampf mit Reimann anzuheizen. Vielleicht wie bei Timon Weiner erneut ein Leihspieler. Schork unterstrich zuletzt, dass es sehr viele junge, deutsche, talentierte Torhüter gibt. Und der FCM interessiere sich durchaus auch für die Keeper, die an zweiter Stelle stehen und nicht so viele Einsätze bekommen. Nach diesem Raster soll nach Reimann ein weiterer Torwart nach Sachsen-Anhalt gelotst werden.

Abwehr

In der Innenverteidigung ist der FCM aktuell gut aufgestellt. Kapitän Tobias Müller (26) und Routinier Alexander Bittroff (32), die gemeinsam zuletzt sehr souverän agierten, bleiben Blau-Weiß erhalten. Zudem gibt es mit Korbinian Burger (26) einen variablen Backup. Philipp Harant (22) wird erneut versuchen, sich aufzudrängen. Dass für diese wichtige Position aber noch ein weiterer erfahrener Spieler kommt, ist durchaus wahrscheinlich.

Größeren Handlungsbedarf gibt es für die Außenverteidiger-Positionen. Auf der rechten Seite steht dabei aktuell nur Henry Rorig (21) zur Verfügung. Links nur Nico Mai (20), der genau wie Julian Weigel (19) nach der Leihe aus Halberstadt zurückgekehrt ist. Beide bringen aber aktuell nicht genug Erfahrung mit, um dauerhafte Optionen zu sein. Ihre Zukunft beim Verein ist entsprechend offen.

Zwar könnten auch Leon Bell Bell (24) oder Raphael Obermair (25) in die Defensivreihe rücken, doch Titz scheint eher die Offensivqualitäten der Außenspieler zu schätzen. Je nachdem, wie der Trainer mit Neuzugang Tim Sechelmann plant – der 22-Jährige kann im defensiven Mittelfeld oder als Außenverteidiger spielen – wird es für die linke und rechte Defensivseite noch einige neue Gesichter geben.

Mittelfeld

In der Zentrale gibt es ebenfalls noch einige Planstellen. Eine könnte von Jürgen Gjasula (35) besetzt werden. Der Vertrag mit dem erfahrenen Mittelfeldmann läuft zwar aus, doch Titz schätzt ihn sehr und würde ihn sicherlich gern behalten. Zumal er zuletzt betonte, dass ein gesundes Maß an Führungsspielern in seiner Mannschaft wichtig sei.

Zudem haben sich Andreas Müller (20) und Adrian Malachowski (23) in den vergangenen Wochen festgespielt und dürften auch 2021/22 wieder wichtige Rollen einnehmen. Auf Sebastian Jakubiak (27), der sich im April in Rostock einen Achillessehnenriss zuzog, muss der FCM noch eine Weile verzichten. Was auch dafür spricht, dass noch einmal nachgelegt wird. Genug Kandidaten dürften auf dem Markt sein, gerade bei den Drittliga-Absteigern. So kursierte zuletzt auch der Name Yannick Deichmann (26), beim VfB Lübeck einer der Leistungsträger, in Magdeburg.

Angriff

Die meisten Fragezeichen gibt es in der ersten Angriffsreihe, das größte bekanntermaßen um Baris Atik. Der „Unterschiedsspieler“, wie Schork und Titz ihn aufgrund seiner 15 Torbeteiligungen in 15 FCM-Spielen bezeichneten, soll gehalten werden. Der 26-Jährige lässt seine Verlängerung aufgrund kolportierter Angebote anderer Clubs aber noch offen.

Ebenfalls unklar ist, ob die Leihspieler Florian Kath (26) und Maximilian Franzke (22) weiter an den Verein gebunden werden können – genau wie Mittelfeldmann Thore Jacobsen (24) würden sie Stand jetzt zu ihren Stammvereinen zurückkehren – oder ob Nico Granatowski gehalten werden soll. Immerhin spielte der seit Donnerstag 30-jährige Winter-Neuzugang zuletzt überhaupt keine Rolle mehr.

Mit Bell Bell und Obermair sowie Luka Sliskovic (26) und Sirlord Conteh (24) ist der Kader aber mit einigen kreativen und schnellen Offensivspielern bestückt. Zudem wurde der Verein zuletzt auch mit Jason Ceka (21) vom FC Schalke 04 II und Morgan Faßbender (22) von Chemie Leipzig in Verbindung gebracht. Beide Angreifer würden zur Erfüllung der U-23-Regel beitragen und Erfahrung aus der Regionalliga mitbringen.

In der Sturmspitze sieht es dabei aus wie ganz hinten: Aktuell gibt es mit Kai Brünker (26) nur einen einzigen Spieler. Titz will, das sagte er kürzlich auf einer Pressekonferenz, noch „einen Spielertypen dazuholen, der ein anderes Element miteinbringt“. Anders als beim körperbetonten Brünker soll das vor allem Geschwindigkeit und gutes Kombinationsspiel sein.