Baden-Baden (dpa) l Viel Zeit zum Feiern nahm sich Angelique Kerber nicht. Schon kurz vor Mitternacht verließ die Wimbledonsiegerin und "Sportlerin des Jahres" die Party nach der Ehrung. Zuvor hatte die Tennisspielerin mit ihren Worten an Kristina Vogel, die als Zweitplatzierte lang anhalten Beifall erhielt, für einen emotionalen Moment gesorgt.

Kerber war es wichtig, Kristina Vogel persönlich zu sagen, wie viel Respekt sie vor dem Lebensmut der querschnittsgelähmten Doppel-Olympiasiegerin hat. "Ich denke, heute gehört dir die Bühne", sagte die 30-Jährige. Auch der "Sportler des Jahres", Patrick Lange, meinte: "Es kann gar nicht genug gesagt werden, was Kristina Vogel für den Sport geleistet hat."

Der US-Amerikaner Mark Allen, der sechsmal auf Hawaii gesiegt hatte, lobte Lange in höchsten Tönen. Über diese Laudatio freute sich der Triathlon-Weltmeister besonders. "Mark ist mein absolutes Vorbild. Er ist eine sehr inspirierende Persönlichkeit", sagte der "Sportler des Jahres". Von seinem künftigen Schwiegervater bekam er auf der Leinwand zudem den Segen für die Ehe, seine Hochzeit kündigte Lange für den nächsten Sommer an. Noch im Ziel nach seinem zweiten Ironman-Triumph auf Hawaii hatte er seiner Freundin Julia Hofmann einen Heiratsantrag gemacht.

Ohne Zweifel

Zweifel an der Kür des Eishockey-Nationalteams zum Abschluss eines außergewöhnlichen Eishockey-Jahres gab es kaum. Die Auswahl kam auf 2510 Punkte. Die Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot (1661) und der Deutschland-Achter (1011) hatten keine Chance.

Am Tag der Gala stand noch ein Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga an, am Dienstag und Mittwoch folgen bereits die nächsten Spiele. Dennoch genossen die Eishockey-Spieler die Party nach der Ehrung zumindest länger als etwa Angelique Kerber. "Man realisiert, dass man doch etwas Besonderes erreicht hat", sagte Olympia-Kapitän Marcel Goc. Zu zehnt hatten die Silbergewinner auf der Bühne gestanden. Die Münchner Olympia-Zweiten kamen dafür zu spät, weil es Probleme bei der Anreise gab.

Erstmals wurden damit Eishockeyspieler in der langen Historie der Gala zur "Mannschaft des Jahres". Mit ihrem Teamgeist, ihrem sympathischen Charakter und ihren Erfolgen begeisterte die Auswahl in Südkorea, schaffte sensationell den Einzug ins Finale und stand gegen die Russen dicht vor Olympia-Gold. Derzeit stehen aber wieder Fragezeichen hinter der Zukunft des deutschen Eishockeys, Erfolgstrainer Marco Sturm hat sich als Assistenzcoach in die NHL verabschiedet.