Magdeburg l In der Affäre um Germania Halberstadts Sportdirektor Andreas Petersen, der Spieler vom Regionalliga-Konkurrenten SV Babelsberg bestochen haben soll, hat am Dienstag dessen Anwalt Horst Kletke klargestellt: „Die Beschuldigungen sind nicht gering. Aber bisher gibt es keinen klaren Vorwurf, der schriftlich geäußert wurde.“ Erst, wenn etwas Schriftliches auf dem Tisch liege, so der auf dem Gebiet des Sportrechts erfahrene Jurist aus Frankfurt/Main, wolle man sich damit beschäftigen. Alles andere sei „Kaffeesatzleserei“. Und: „Zu öffentlichen Behauptungen nehmen wir keine Stellung. Der Weg über die Medien ist nicht der richtige.“

Auch Sachsen-Anhalts Fußballchef Erwin Bugar, der am Wochenende auf dem Verbandstag in Rangsdorf gerade zum neuen NOFV-Präsidenten gewählt wurde, ist nichts Schriftliches bekannt: „Ich habe weder etwas gesehen noch gelesen“, sagte der 66-Jährige aus Möckern.

NOFV-Sportgericht prüft

Bugar erklärte, das NOFV-Sportgericht sei beauftragt worden, den Vorfall umfassend aufzuklären, und sprach sich dafür aus, die Angelegenheit „zeitnah“ zum Abschluss zu bringen, „weil es für alle Betroffenen ein echtes Trauma“ sei. Andererseits wolle er keinen Druck auf das Sportgericht um seinen Vorsitzenden Stephan Oberholz ausüben.

Petersen, der sich inzwischen selber einen Maulkorb auferlegt hat, wird vom SV Babelsberg vorgeworfen, den Versuch unternommen zu haben, ehemalige Spieler von Germania Halberstadt, die jetzt für die Potsdamer kicken, vor der Auswärtspartie am vergangenen Freitag zu bestechen. Petersen bestreitet die Vorwürfe vehement, spricht von einem „Jux“.