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Fußball-Bundesliga Mit Fan-Faktor, Mut und Blond-Look: Köln meldet sich zurück

Nach acht sieglosen Spielen jubelt der 1. FC Köln endlich wieder. Ein Joker dreht mit Doppelpack und markanter Frisur die Partie. Die erste Mainz-Pleite für Urs Fischer bringt Ruhe ins Rheinland.

Von Jana Glose, dpa 18.01.2026, 11:30
Kölns Ragnar Ache (l) war mit seinem Doppelpack gegen Mainz der Matchwinner.
Kölns Ragnar Ache (l) war mit seinem Doppelpack gegen Mainz der Matchwinner. Marius Becker/dpa

Köln - Pfiffe zur Pause, Ekstase beim Abpfiff: Der Schlusspfiff löste im Kölner Stadion grenzenlosen Jubel und spürbare Erleichterung aus. Der erste Ligasieg des 1. FC Köln seit Anfang November war ein riesiger Befreiungsschlag – und stoppte den Urs-Fischer-Zauber beim FSV Mainz 05. „Es fühlt sich ein Stück weit losgelöst an“, sagte Kölns Kapitän Marvin Schwäbe nach dem 2:1 (0:1) über Mainz.

„Wir sind natürlich überglücklich, dass die lange Leidenszeit, wo wir alles gegeben haben, aber nicht belohnt wurden, nun vorbei ist“, betonte der Torwart nach zuvor acht sieglosen Ligapartien und ergänzte: „Wir wollten es unbedingt.“ Während Mainz durch die erste Niederlage unter Fischer weiter Tabellen-17. bleibt, baute der Aufsteiger sein Punktekonto auf 20 Zähler aus und hat nun acht Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze.

Zwölf gegen elf: FC-Stadion als entscheidender Faktor

Nach den unruhigen Tagen am Geißbockheim und Kritik einiger Fans am Trainer war der Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten aus Rheinhessen auch Balsam für die Seele von Lukas Kwasniok. „Heute sind es drei Punkte mit einer gewissen Erleichterung“, sagte der 44-Jährige: „Wenn du länger nicht gewinnst, fühlt sich ein Sieg dann etwas größer an. Aber nüchtern betrachtet gibt es genau drei Punkte.“

Der entscheidende Aspekt war für Kwasniok schnell gefunden: „Das Stadion war heute ein spielentscheidender Faktor – wir haben eher zwölf gegen elf gespielt.“ Dabei war das Team nach dem 0:1-Rückstand durch Stefan Bell (29. Minute) noch mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet worden. „Das ist eine menschliche Reaktion, weil die Menschen die Erwartung hatten, dass wir eben zur Halbzeit zumindest mal nicht hinten liegen“, erklärte der Coach. 

Kwasniok wechselt Köln zum Sieg

Doch Kwasniok behielt die Nerven und brachte bei seinem Dreifachwechsel auch Ragnar Ache, der in der 57. Minute den Ausgleich köpfte und in der 86. Minute den umjubelten Siegtreffer erzielte. „Die Mannschaft hat beherzigt, mutig zu sein. Und den Mutigen gehört die Welt und heute eben der Sieg“, betonte Kwasniok, der nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit wohl auch in der Kabine den richtigen Ton traf.

„Der Trainer hat gesagt, dass wir an uns glauben und selbstbewusst sein sollen. Wir wussten alle, wie wichtig dieses Spiel sein würde. In der Pause wussten wir, dass wir jetzt mutig sein müssen – ein Punkt wäre nicht genug gewesen“, sagte Alessio Castro-Montes. Kölns Sportdirektor Thomas Kessler lobte: „Ich finde, dass der Trainer in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden hat. Mit den Einwechslungen hatte er auch einen direkten Impact auf den Sieg.“

Neue Frisur als Glücksbringer?

Der Doppeltorschütze lieferte eine humorvolle Erklärung für seine Tore: „Ich hoffe, es liegt viel an der neuen Haarfarbe, dann kann ich so weitermachen“, sagte Ache lachend, der sich zum neuen Jahr mit blondiertem Haar präsentiert - allerdings zuletzt beim 1:3 unter der Woche gegen den FC Bayern auch bereits mit blondem Haar noch nicht traf. Wichtiger als ein möglicher Zusammenhang zwischen Haarfarbe und Toren war aber ohnehin der Sieg.

Am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) ist der FC beim SC Freiburg zu Gast. Nach der turbulenten Zeit und dem Ende der monatelangen Durststrecke ist die Motivation hoch. „Jetzt wollen wir die nächsten Spiele auch gewinnen, denn auf den acht Punkten Vorsprung können wir uns nicht ausruhen“, betonte Ache.