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DFB-Pokal Wirtz-Nachfolger Tillman kommt in Fahrt: Bayers Titelchance

Als Wirtz-Nachfolger startete Malik Tillman bei Bayer Leverkusen holprig. Mit drei Toren in zwei Spielen zeigt der Rekordtransfer nun seine Form – und will auch im Pokal-Viertelfinale überzeugen.

Von Jana Glose, dpa 02.02.2026, 12:48
Kommt bei Bayer Leverkusen immer besser in Form: Malik Tillman. (Archivbild)
Kommt bei Bayer Leverkusen immer besser in Form: Malik Tillman. (Archivbild) Marius Becker/dpa

Leverkusen - Nicht nur Bayer Leverkusen findet nach einem schwierigen Jahresstart in den Rhythmus, auch der im Sommer aus den Niederlanden verpflichtete Rekordzugang Malik Tillman kommt allmählich in Fahrt. Mit wachsendem Selbstvertrauen will der 35 Millionen Euro Ablöse teure Offensivspieler der Werkself helfen, im DFB-Pokal ihre wohl aussichtsreichste Chance auf einen Titel zu wahren.

„Es ist ein Pokalspiel, es ist ein Finale, es ist Knockout-Phase, nur der Gewinner kommt weiter - ich denke, das sollte Motivation genug sein“, sagte Tillman vor dem Viertelfinale gegen den FC St. Pauli an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky). Nach einem holprigen Start mit Verletzungen, wechselnden Einsatzzeiten und der Suche nach seiner Rolle im Team scheint der Ersatz für den nach Liverpool abgewanderten Florian Wirtz endlich bei Bayer angekommen. Leverkusen hatte den abseits des Platzes introvertiert wirkenden Tillman im vorigen Sommer von der PSV Eindhoven geholt.

Endlich angekommen in Leverkusen 

Drei Tore erzielte der 23-Jährige in den vergangenen beiden Partien, traf beim 3:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt einmal und schnürte beim 3:0-Erfolg gegen Villarreal gleich einen Doppelpack, der Leverkusen den Einzug in die Champions-League-Playoffs sicherte. „Es wurde Zeit, dass ich öfter treffe“, sagte Tillman anschließend nüchtern und setzte zugleich selbstkritische Maßstäbe: „Ich muss weitermachen. Es hätte schon mehr von mir kommen müssen.“

Tillman ist ein nachdenklicher Typ mit hohem Selbstanspruch und oft sein schärfster Kritiker. Auf dem Platz wirkt der US-Nationalspieler durch seine ruhige Körpersprache schnell passiv, doch zeigte er allen voran zuletzt durch frühes Pressing, als Ballverteiler und als Torschütze seine Vielseitigkeit. „Er ist ein Topspieler. Er hat eine super Technik, und er ist ein intelligenter Spieler“, lobte sein Trainer Kasper Hjulmand. „Er spürt den richtigen Moment.“ 

Der gebürtige Nürnberger reifte nach sieben Jahren beim FC Bayern München – in Jugend, Zweitvertretung und gelegentlich im Profiteam – in Glasgow und Eindhoven zu einem gestandenen Profi. In Leverkusen traut man dem millionenschweren Wirtz-Nachfolger nach der Eingewöhnungszeit noch deutlich mehr zu: „Er hat so viel Qualität und kann noch viel mehr zeigen. Da wird er noch besser werden“, befand Bayer-Sportgeschäftsführer Simon Rolfes. 

Titelchance gegen Außenseiter St. Pauli

Tillmans Qualität dürfte nun auch im Pokal gegen den Außenseiter aus Hamburg gefragt sein. St. Pauli hat sich mit Siegen gegen Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach bis ins Viertelfinale gekämpft, steckt in der Liga aber tief im Tabellenkeller und wartet auf Erfolge. Gleichwohl tat sich Leverkusen in den vergangenen Jahren regelmäßig schwer gegen Underdogs und scheiterte im Vorjahr im Pokal-Halbfinale an Arminia Bielefeld.

Die letzte Niederlage gegen St. Pauli gab es für den amtierenden Vizemeister allerdings bereits 2007 - in der 1. Runde im Pokal. Danach gewann die Werkself vier von fünf Spielen, allerdings nie mit mehr als einem Tor Unterschied. Für Tillman ist die Marschrichtung angesichts der größten Chance auf den ersten Saisontitel aber klar: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, so weit wie möglich in jedem Wettbewerb mitzuspielen. Unser Ziel ist zu gewinnen.“ 2024 gelang dies bestens, als Bayer nach der ersten deutschen Meisterschaft auch den DFB-Pokal holte.