München (dpa) - Kurz durchschnaufen - und weiter geht's: Nach der Rückkehr aus dem schweißtreibenden Trainingslager in Katar ins winterliche Bayern gönnte Niko Kovac seinen Spielern nur einen freien Tag zur Erholung.

Schon am Wochenende geht es für die Münchner Stars mit Training und einer Turnierteilnahme weiter. Dann proben die Dortmund-Jäger beim Telekom Cup in Düsseldorf den Liga-Ernstfall.

Dem einzigen Test in der kurzen Winterpause vor dem kniffligen Rückrundenstart bei 1899 Hoffenheim wird eine hohe Bedeutung beigemessen. "Es ist wichtig, dass wir gut in die Rückrunde starten. Jeder weiß, worum es geht", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Zumal seit Freitag klar ist, dass Trainer Kovac auf der zentralen Zehner-Position wie befürchtet alternative Lösungen finden muss. Denn Thomas Müller ist nach seiner Roten Karte beim 3:3 gegen Ajax Amsterdam in der Champions League von der UEFA wie befürchtet für beide Achtelfinalpartien gegen den FC Liverpool gesperrt worden.

Gut eingepackt in Mantel, Mütze und Schal twitterte Müller am Freitag noch ein Foto von sich im tiefen Schnee. Da strahlte er noch in die Kamera. Die Zwei-Spiele-Sperre beim Kracher gegen Liverpool trübte jedoch seine Laune. Widerspruchslos hinnehmen wollen sie weder er noch sein Verein. Zumindest beim Rückspiel gegen Jürgen Klopps Team am 13. März in der Münchner Arena will der 29-Jährige dabei sein.

Der FC Bayern und Müller "werden bei der UEFA Berufung gegen das Urteil einlegen", gab der Rekordmeister bekannt. Müller hatte nach einem "harten, aber unbeabsichtigten" Tritt an den Kopf von Ajax-Verteidiger Nicolas Tagliafico die Rote Karte gesehen. Müller entschuldigte sich bei dem Argentinier, der nach dem Foul in der 75. Minute weiterspielen und sogar das 3:3 für Ajax erzielen konnte.

Beim Telekom Cup am Sonntag (12.45 Uhr/SAT.1) wird Müller dabei sein. Bei dem Turnier (Spielzeit jeweils 45 Minuten) treffen die Bayern zum Auftakt auf Fortuna Düsseldorf. Das zweite Halbfinale bestreiten Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC. Gegen alle drei Teams hatten die Bayern in der Bundesliga-Hinrunde gepatzt. Gegen Düsseldorf gab es ein 3:3, gegen Hertha (0:2) und Gladbach (0:3) wurde verloren.

Jetzt zählt aber nur der Neustart 2019 gegen Hoffenheim. Der erste Rückrunden-Spieltag könnte gleich Aufschluss geben, ob die Bayern den Sechs-Punkte-Rückstand auf Herbstmeister Borussia Dortmund aufholen und für einen spannenden Titelkampf sorgen können. "Wir streben immer den maximalen Erfolg an. Wir haben viel vor in der Rückrunde und wollen gleich die drei Punkte in Hoffenheim einfahren", verkündete Kapitän Manuel Neuer angriffslustig.

Wenn die Bayern gegen Julian Nagelmanns Hoffenheimer einen Sieg vorlegen, würde das den Druck auf den BVB sofort erhöhen. Der Meisterschaftsfavorit muss am Tag darauf beim Tabellenvierten RB Leipzig antreten, ebenfalls eine sehr schwierige Auswärtsaufgabe.

In Katar haben die Bayern ausschließlich trainiert und keine Testspiele bestritten. "Wir sind gut in Schuss", glaubt Müller. "Die Jungs waren sehr konzentriert bei der Sache", resümierte Kovac. Man habe die vorgesehenen "Schwerpunkte alle umgesetzt", bilanzierte der Trainer. Salihamidzic gefiel als ständiger Beobachter das, was er in Doha tagtäglich auf dem Platz sah: "Wir hatten hohe Belastungen."

Das Turnier in Düsseldorf dürfte Fingerzeige für die Wochen bis zum Liverpool-Kracher (Hinspiel 19. Februar) geben. Auf den Außenbahnen sind angesichts der Ausfälle der Routiniers Arjen Robben (anhaltende Oberschenkelreizung) und Franck Ribéry (Muskelfaserriss) die Youngster Kingsley Coman und Serge Gnabry zunächst erste Wahl und gefordert. Der hochgelobte kanadische Winterzugang Alphonso Davies (18) könnte sein Debüt geben. James Rodríguez ist nach seiner Knieverletzung wieder fit. Der Kolumbianer gilt als Topkandidat für die Vertreterrolle von Müller in der Offensive gegen Liverpool.

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