Die Bundesliga-Handballer des SC Magdeburg hatten gestern Abend bei der HSG Wetzlar keine Chance: Mit 25:28 (10:15) unterlagen die Schützlinge von Trainer Frank Carstens dem Gastgeber. Bester Magdeburger Werfer vor 4000 Zuschauern in der Rittal-Arena war Yves Grafenhorst mit sechs Treffern.

Wetzlar. Die erste Halbzeit hatte bereits ein trauriges Bild aus Magdeburger Sicht geboten. Von zehn Treffern gelangen lediglich vier aus dem Rückraum - und gar keiner per erster Welle. Die besten Aktionen lieferten noch Stian Tönnesen und Bartosz Jurecki im direkten Zusammenspiel, nur konnte der polnische Kreisläufer nicht eine seiner Chancen verwerten.

Bis zum 8:6 (17.) konnte sich auch Wetzlar nicht absetzen, machte aber über den Rückraum bereits deutlich, wie gut es um die Leidenschaft bestellt war. Salzer wurde seinem Ruf gerecht, traf zunächst mit einem schlappen, aber abgefälschten Ball, dann aber konsequent mit Vorstoß in die Lücken. Und das tat er genauso, wie Carstens es vorhergesagt hatte: nämlich "wie ein Messer durch die Butter". Und das war scharf.

Der SCM indes fand zu keinem Spiel. Er fand auch nicht zu einer positiven Körpersprache, bis auf Dario Quenstedt, der für den glücklosen Gerrie Eijlers zwischenzeitlich zwischen die Pfosten gegangen war. Zwei Siebenmeter parierte der 21-Jährige bravourös, drei weitere Chancen vernichtete er außerdem. Nur wurde das Spiel auch in der Abwehr nicht besser.

Carstens musste sich taktisch etwas einfallen lassen. Die einzig logische Schlussfolgerung war eine 4-2-Deckung mit Grafenhorst gegen Salzer und Weber gegen Müller. Tatsächlich geriet Wetzlars Angriff ins Stocken, aber Salzer ließ sich lediglich sieben Minuten aufhalten, beim 19:13 (47.) feierte das "Messer" seine Rückkehr in die Schützenliste.

Das wiederum schmälerte die Abwehrleistung des SCM, denn inzwischen gelangen mehr Ballgewinne, Grafenhorst und Weber durften deshalb dreimal die erste Welle vollenden. Aber es änderte nichts an der mangelnden Effizienz im Rückraum. Magdeburg verhinderte sich vor allem selbst, Carstens rief viele Fragen über die Platte, eine Antwort blieb seine Mannschaft spielerisch schuldig. Dennoch konnte sie den Abstand auf zwei Tore verkürzen (25:23/53.). Eine letzte Hoffnung, die Wetzlar schnell zerstörte.

Unterirdisch blieb diese Zahl: knapp 42 Prozent Angriffseffektivität. Dabei hatte Carstens genau daran so hart gearbeitet. War der Sieg gegen Ahlen-Hamm also ein kleiner Schritt nach vorn, müssen die Magdeburger nach dem Wetzlar-Spiel diesen Schritt wohl auf ein Neues gehen.

Carstens Kommentar zum Spiel: "Wir haben heute in mehreren Elementen Fehler gemacht und sind ernüchtert. Die HSG hat super gespielt und verteidigt und deshalb verdient gewonnen."

Wetzlar: Hacko/Weber - Schmidt, Rompf, Salzer 7, Valo 5, Jungwirth 2, Mraz 3, Müller 5, Schneider, Chalkidis, Fäth, Friedrich 4/3, Sandu, Kristjansson 2, Ludwig.

SCM: Eijlers, Quenstedt - van Olphen 3, Tönnesen 1, Jurecki 1, Landsberg 1, Grafenhorst 6, Natek 3, Wiegert 1, Doborac 5, Balogh, Hornke, Kupfer, Weber 4/3.

Schiedsrichter: Immel/Klein (Erkelenz/Ratingen) . Zuschauer: 3960. Siebenmeter: Wetzlar 5/3, SCM 3/3. Zeitstrafen: 3/3.