Magdeburg | Ein Törchen, ein glücklicheres Händchen beim finalen Siebenmeter oder ein paar Sekunden mehr Zeit – was auch immer es war, den SCM trennte am Sonntagabend nur eine Winzigkeit vom großen Glück. Statt in der Tabelle mit 6:0 Punkten weiter oben mitzumischen, finden sich van Olphen & Co. nach der unglücklichen 23:24-Niederlage gegen die Löwen mit 4:2-Zählern nunmehr auf Rang zehn wieder.

„Das ist echt schade, aber leider kriegt man nicht immer das, was man verdient“, sah es auch Fabian van Olphen so, dass nach der Abwehrschlacht erster Güte zumindest ein Punkt recht und billig gewesen wäre. Denn, so der 34-Jährige: „Was wir an Kampf und Leidenschaft gezeigt haben, das war echt stark.“

Zwar hätten nun alle „erst einmal die Nase voll“, weil man mit leeren Händen dastünde, „aber wie wir nach dem 19:21-Rückstand noch einmal gekontert haben, das macht mich trotzdem stolz. Und daran sollten wir uns auch für das Spiel am Mittwoch in Leipzig wieder hochziehen“, kommentierte der Kapitän den Spielverlauf. Der, das wusste er aus Erfahrung, würde ihm schlaflose Stunden bescheren: „Egal, ob wir gewonnen oder verloren haben, mir gehen alle Szenen noch einmal durch den Kopf. Und nach so einem intensiven Spiel wie heute, wo bis kurz vor dem Ende noch alles möglich ist – Sieg, Niederlage oder Remis – liege ich bestimmt die ganze Nacht wach.“

Die Vermutung liegt nahe, dass van Olphen dann auch den verpatzten Siebenmeter von Robert Weber nochmal vor Augen hatte. Letztlich war er es, der den SCM eine Minute vor Schluss auf die Verliererstraße brachte. „Möglicherweise wäre die Partie anders ausgegangen, wenn Robert getroffen hätte“, mutmaßt van Olphen. „Dennoch würde ich ihm niemals einen Vorwurf machen. Robert hatte wenigstens die Eier, zum Punkt zu gehen...“

Außerdem habe sich der Torjäger kurz zuvor kompromisslos in die Bande geschmissen und so ein wichtiges Gegentor verhindert. „Am Ende entscheidet die Summe aus geglückten Aktionen und Fehlern von uns allen über Sieg oder Niederlage“, sieht es der Kapitän pragmatisch und hofft, dass dem Löwen-Frust ganz schnell die Derby-Lust folgt: „Die Spiele in Leipzig und am Sonntag gegen Balingen sind die, die wichtig sind. Dann wissen wir, wohin die Reise in der neuen Saison geht.“