Magdeburg l Christoph Steinert ist ein ruhiger Typ – der Handballer des Bundesligisten SC Magdeburg wählt seine Worte mit Bedacht, denkt oft einen Moment nach, bevor er redet. Mit welchen Dingen er sich befasst, das bleibt erst einmal bei ihm. Bis er es für richtig hält, seine Überlegungen offen zu kommunizieren.

Als der Rückraumspieler Mitte Dezember verkündete, ab der nächsten Saison zum Bundesliga-Rivalen HC Erlangen zurückzukehren, traf es die meisten dementsprechend unvermittelt. „Ich würde sagen, in der Mannschaft kam das schon überraschend an“, sagt der 30-Jährige. „Die meisten sind eigentlich davon ausgegangen, dass die Reise hier weitergeht.“ Nach ein paar Wochen Abstand meint Steinert trotzdem: „Ich glaube, im Gesamtpaket ist es der richtige Schritt, den ich da gehe.“

Viele Kontakte nach Erlangen

In den Wochen vor seiner Entscheidung hatte sich Steinert immer wieder mit SCM-Coach Bennet Wiegert unterhalten, doch gleichzeitig wurden die Gespräche mit seinem Ex-Verein HC Erlangen konkreter. Seit seinem Wechsel nach Magdeburg 2019 ist der Kontakt zu den Franken nie abgerissen, gerade mit seinen früheren – und nun zukünftigen – Mitspielern Nico Büdel und Nikolai Link verbindet ihn eine enge Freundschaft. So waren beide auch zu seiner Hochzeit eingeladen. Mit Büdel absolviert Steinert ein Fernstudium in Köln, sein zukünftiger Rückraum-Kollege Steffen Fäth durchlief mit ihm gemeinsam die gesamte Junioren- und Jugendnationalmannschaft. Viele bekannte Gesichter also, die ihm die Umstellung ab dem Sommer wohl nicht allzu schwer machen werden.

Den Entschluss traf „Steini“ kurz vor der Begegnung mit seinem Ex-Klub am 16. Dezember, verkünden wollte er ihn erst danach, „um keine unnötige Unruhe reinzubringen“. Wenn Steinert drei Dinge aufzählen muss, die ihn zu dem Schritt bewegt haben, nennt er die Rückkehr in ein bekanntes System, ein privates Umfeld, in dem er sich wohlfühlt, sowie die lange Vertragslaufzeit: „Es ist ein schönes Gefühl, eine Sicherheit für die nächsten paar Jahre zu haben“, erklärt er.

Mit dem SCM noch viel vor

„,Steini‘ war der Wunschspieler unseres Trainers Michael Haaß, der vor allem seine Zuverlässigkeit, Kampfkraft und Abwehrstärke schätzt“, sagte HCE-Geschäftsführer René Selke nach Bekanntgabe der Verpflichtung. „Sein Abgang nach Magdeburg hatte uns 2019 geschmerzt, weil er seinerzeit wohl unser bester Rückraumspieler war, zumal starke Linkshänder im Rückraum nicht gerade auf den Bäumen wachsen.“ Schmerzen wird Steinerts Abgang dieses Mal den SC Magdeburg. „Es ist schade, dass uns Christoph im Sommer verlässt“, sagte SCM-Trainer Wiegert. „Ich hätte gerne mit ihm weitergearbeitet.“ Das Gesamtpaket, insbesondere die lange Vertragslaufzeit, habe man ihm in Magdeburg nicht ermöglichen können, so Wiegert.

Vor seinem Abschied im Sommer will Steinert nun noch eine möglichst erfolgreiche Saison mit dem SCM spielen. „Nach einem Stotterstart mit vielen Ausrutschern hat uns der erfolgreiche Dezember richtig gut getan“, meint der 1,95-Meter-Mann. „Oft führen die Erfolgserlebnisse eben zu mehr Selbstbewusstsein und so steigern sich dann auch die Leistungen.“ Die Magdeburger haben sich in der Bundesliga mittlerweile an die internationalen Plätze herangearbeitet, sind auch im EHF-Cup noch gut dabei. „Wir haben noch ein paar Aufgaben vor uns“, sagt Steinert. „Das kann hier alles ein ziemlich gutes Ende finden.“