Magdeburg l Wenn alles nach Plan läuft, erzählt Ómar Ingi Magnusson, dann wird er im Juni in Magdeburg ankommen. Jetzt gerade, während des Telefonats, sitzt der 23-jährige Neuzugang des SC Magdeburg allerdings noch in seinem Apartment in Dänemark, von wo aus er den Umzug organisiert. Corona hat auch die dänische Handball-Liga frühzeitig beendet, Mannschaftstraining gibt es zurzeit nicht. Bleibt also Zeit für all die Vorbereitungen – und für die Aufregung, die täglich etwas größer wird. „Ich bin vor allem aufgeregt, das stimmt“, sagt Magnusson und lacht, „denn ab der kommenden Saison spiele ich bei einem tollen Club. In den vergangenen vier Jahren landete Magdeburg immer unter den Top 5.“

Magnusson, der den SCM ab diesem Sommer bis 2024 verstärken wird, ist allerdings auch in einer ziemlich aufregenden Zeit unterwegs. Coronavirus, Saisonabbruch, Meistertitel erst gewonnen, dann wieder zurückgenommen – der gebürtige Isländer hat in den letzten Monaten einiges erlebt. Und blickt auch jetzt schon – wie könnte es anders sein – aufgeregt in die Zukunft. Er verrät, dass er und seine Frau Harpa Sólveig Brynjarsdóttir, die mit ihm nach Magdeburg ziehen wird, im September Eltern von Zwillingen werden. „Das wird ein Spaß – und ich werde sicherlich einiges zu tun haben“, fügt er hinzu.

Acht Monate Zwangspause

Für den Isländer ist der Schritt nach Magdeburg zudem wie ein Neubeginn nach langer Leidenszeit. Als er mit Aalborg Handball in der dänischen Liga im vergangenen Mai auf Bjerringbro-Silkeborg traf, wurde er hart gefoult. „Ich wurde von zwei Spielern gestoßen und landete auf meinem Hinterkopf“, erinnert er sich.

Was folgte, waren „sieben, acht Monate Pause, weil ich mit Spätfolgen einer Gehirnerschütterung zu kämpfen hatte“.

Magnusson hält sich fit

Fast ein halbes Jahr lang konnte Magnusson gar nichts tun. Somit war auch die Europameisterschaft mit Island im Januar für den Linkshänder gelaufen. „Und danach musste ich natürlich auch erst einmal meinen Körper wieder in einen Zustand kriegen, in dem ich spielen konnte“, sagt er: „Es war ein sehr spezielles Erlebnis. Ich will das definitiv nicht noch einmal durchmachen.“

Jetzt, wo er wieder spielen und trainieren könnte, macht der Coronavirus ihm einen Strich durch die Rechnung. „Die Saison wurde abgebrochen, wir halten uns individuell fit“, berichtet Magnusson. Und über den Gewinn der Meisterschaft mit Aalborg – dort spielt er seit 2018 und lag mit dem Team im April mit acht Punkten Vorsprung an der Spitze – kann er sich auch (noch) nicht richtig freuen. „Wir warten immer noch auf eine endgültige Entscheidung“, sagt Magnusson. Denn Anfang Mai hat der dänische Handballverband alle Beschlüsse eingefroren. „Besonders die Absteiger fühlten sich falsch behandelt“, erklärt Magnusson.

Schon wieder Aufregung also – kein Wunder, dass Magnusson hofft, dass der Umzug nach Magdeburg einfach mal ganz ruhig abläuft.

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