Magdeburg l Die slowenische Nationalmannschaft war für Marko Bezjak immer ein Stück Heimat. „Hier habe ich mit meinen Freunden zusammengespielt, bin für die Lehrgänge nach Slowenien gereist, konnte in meiner Muttersprache sprechen“, erzählt Bezjak.

Doch als sich seine Kollegen am Sonntag auf den Weg nach Zrece machten, um sich auf die Vorbereitungsspiele gegen die Niederlande und Serbien einzustimmen, war der Spielmacher des SC Magdeburg nicht dabei. Und diesmal ist es auch nicht so, dass der 33-Jährige nur pausieren würde. Er hat seine Nationalmannschafts-Karriere nach zwölf Jahren endgültig beendet.

Schwierige Entscheidung

Eine Entscheidung, die Marko Bezjak sehr schwergefallen ist. „Einmal muss ja Schluss sein“, sagt er zwar und lächelt, aber auch das täuscht nicht über die Wehmut hinweg. „Ich habe lange überlegt, ob ich nicht doch noch bis zur Europameisterschaft und den Olympischen Spielen nächstes Jahr weitermache“, erzählt er, „aber es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören.“

Bezjak hofft, dass ihm die Entlastung auf lange Sicht einen Vorteil bringt. Vielleicht ja sogar mehr Zeit, um als Profi aktiv zu sein. „Jetzt kann ich die Pausen auch wirklich als Pausen nutzen“, sagt er, „denn das war vorher ja nicht möglich. Wenn im Verein Ruhe war, rief die Nationalmannschaft. Die Entscheidung hilft mir auf jeden Fall dabei, dass ich mich auf den Verein konzentrieren kann.“

WM und Olympia als Höhepunkte

So bleiben ihm die Erinnerungen an die WM-Qualifikation im Juni vergangenen Jahres, als er zuletzt für Slowenien aufgelaufen ist, der Gewinn der Bronzemedaille bei der WM 2017 sowie die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. „Das waren sicherlich die schönsten Momente“, meint Bezjak, „obwohl ich auch fest davon überzeugt bin, dass Slowenien in Zukunft wieder auf den vorderen Plätzen landen wird.“

Das Engagement für Slowenien zu beenden, war also seine eigene Entscheidung. Dass er zuletzt auch bei den Spielen des SCM gegen den TVB Stuttgart und den HC Erlangen auf der Bank Platz nahm – für jeweils 60 Minuten –, das geschah wiederum gezwungenermaßen. „Ich habe im Moment Probleme mit meiner rechten Schulter“, berichtet Bezjak. Es sei „nichts Schlimmes“, eine Entzündung mache ihm zu schaffen. „Deshalb habe ich pausiert. Denn Werfen ist gerade nicht möglich.“

Datenschutz-Klage in HBL

Was dabei aber bemerkenswert war: Aufgrund eines Klageverfahrens in der Handball-Bundesliga (HBL) hat sich der SCM in Sachen Kommunikation zum Gesundheitszustand seiner Spieler zuletzt zurückgehalten (Volksstimme berichtete). Der Verein verweist auf den Datenschutz, teilt nur noch mit, ob Spieler „einsatzfähig“ oder „nicht einsatzfähig“ sind. Insofern verständlich, da sich der SCM selbst keine Klage einfangen will. Die Spieler konnten daraufhin entscheiden, ob der Verein Informationen an die Öffentlichkeit weitergeben darf oder nicht.

Bezjak war dagegen. Was er auch begründet: „Es ist für mich kein Problem, darüber zu sprechen. Aber eben nur, wenn ich das will und selbst steuern kann.“ Wie lange ihn die Schulterverletzung, die nach der Partie in Hannover aufgetreten ist, noch zum Pausieren zwingt, ist schwer abzusehen. „Ich hoffe, dass die drei spielfreien Wochen, die ich jetzt insgesamt habe, dafür ausreichen.“

SCM holt Selbstvertrauen zurück

Denn der Spielmacher will natürlich schnellstmöglich wieder im Rückraum die Fäden ziehen. „Auf der Bank zu sitzen, ist ungewohnt. Es gab ein paar Situationen, da wollte ich aufs Feld springen“, sagt Bezjak und lacht. Ihm haben die zwei Siege gegen Stuttgart und Erlangen ein gutes Gefühl gegeben, „auch wenn wir nicht perfekt gespielt haben. Aber wir haben gekämpft und uns mit Punkten belohnt. Das gibt uns Selbstvertrauen.“

Und das sei gerade für Spieler wie Filip Kuzmanovski oder Christoph Steinert unheimlich wichtig. „Sie können es ja. Wenn sie ein richtig gutes Spiel abliefern, da bin ich mir sicher, dann läuft das danach wie von selbst.“

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