Magdeburg l Der SC Magdeburg befindet sich im Europacup-Modus. Denn während Magdeburgs Handballer durch das frühe Aus im EHF-Cup zuletzt zwischen ihren Spielen oft sogar eine ganze Woche Zeit hatten, liegen zwischen dem Sieg gegen Wetzlar am Sonntag (30:25) und der Partie am Mittwochabend in Lemgo (19  Uhr, Sky) nur drei Tage.

OP bei Chrapkowski vom Tisch

Drei Tage, die auch Piotr Chrapkowski guttun werden. Der Pole plagt sich seit einem Monat mit Problemen an der rechten Schulter herum. Verletzt hatte er sich Mitte April bei den EM-Qualifikationsspielen mit der polnischen Nationalmannschaft. Anfangs war es so schlimm, dass sogar eine Operation drohte. Aber die ist mittlerweile vom Tisch.

Schulter-OP vor sieben Jahren

Chrapkowski verrät: „Ich wurde an der rechten Schulter schon mal 2012 operiert und weiß deshalb, wie ich mit dieser Verletzung umgehen muss. Ich habe die MRT-Bilder auch meinem Arzt in Poznan gezeigt, der mich damals operiert hatte. Und danach haben wir entschieden, dass eine erneute Operation nicht notwendig ist.“

Denn die wäre mit Risiken für die weitere Karriere verbunden. Außerdem wäre für den Abwehrspezialisten dann wohl sogar schon das komplette Handballjahr vorzeitig beendet. Nach seiner Operation vor sieben Jahren dauerte es rund sieben Monate, bevor der inzwischen 31-Jährige wieder auf der Platte stand. Chrapkowski: „Ich habe zwar noch paar Probleme, wenn ich den Arm hebe, aber das ist auszuhalten und wird von Woche zu Woche besser. Es ist ja nichts kaputt, sondern das kommt alles durch eine Entzündung.“

Chrapkowski will SCM helfen

Die beste Medizin dafür wäre natürlich Ruhe. Aber: „Jetzt Pause zu machen, geht einfach nicht“, sagt Chrapkowski. „Mit dem SCM haben wir noch vier wichtige Spiele. Und im Juni wollen wir dann mit Polen noch das EM-Ticket lösen. Aber danach habe ich ja Urlaub und kann die Schulter richtig schonen.“ Bis dahin tritt er im Training ein bisschen kürzer. „Beim Wurftraining halte ich mich zurück und mache viele Übungen für die Stabilität.“

Chrapkowski wichtig für SCM-Tempospiel

Während Chrapkowski bei den Niederlagen in Erlangen und zu Hause gegen die Rhein-Neckar Löwen bei eigenem Ballbesitz sofort zum Wechseln musste, lief er in Hannover und gegen Wetzlar auch wieder die Gegenstöße mit. In Hannover wusste er das sogar für zwei Tore zu nutzen.

SCM-Trainer Bennet Wiegert weiß, wie wichtig Chrapkowski für das Tempospiel ist: „Auch wenn er nur Abwehr spielen kann, ist er ein wichtiges Puzzle in unserem System. Deshalb ist es natürlich viel schöner, dass wir jetzt nicht sofort wechseln müssen.“

In Lemgo setzt Wiegert für die erste und zweite Welle also wieder auf den Polen. Im Fernduell mit den Rhein-Neckar Löwen um Rang drei muss ein Sieg her. „Es wäre schön, wenn wir uns nach Rang fünf und vier erneut um einen Platz verbessern. Aber bevor wir auf die Ergebnisse der Rhein-Neckar Löwen schauen, müssen wir erst einmal unsere Aufgaben machen“, so Chrapkowski, der in Lemgo aber auch noch an der rechten Hand gehandicapt ist. Gegen Wetzlar hatte er sich den kleinen Finger ausgekugelt. Und die Schwellung hat sich jetzt bis in den Handrücken ausgebreitet. Aber Chrapkowski ist es ja gewohnt, auf die Zähne zu beißen.