Magdeburg l Normalerweise stimmen sich die SCM-Spieler Piotr Chrapkowski und Zeljko Musa bei der Abwehrarbeit am eigenen Kreis auch mit Kommandos auf Polnisch ab. Weil der Kroate Musa einst in Kielce spielte, versteht er die Sprache seines polnischen Teamkollegen. Aber im EHF-Cup-Spiel in Zabrze herrscht am Samstag (16.30  Uhr) auf der Platte absolutes Polnisch-Verbot.

„In der Bundesliga bekommt ja fast keiner mit, was wir uns da zurufen. Aber gegen meine Landsleute von Gornik Zabrze wäre es unklug, mit polnischen Kommandos zu verteidigen. Da sollten wir uns beide besser auf Deutsch abstimmen“, sagt Chrapkowski mit einem Schmunzeln. Denn sonst ist der 31-Jährige natürlich froh, endlich mal wieder ausgiebig in seiner Muttersprache kommunizieren zu können. „Wenn es die Zeit hergibt, würde ich am Freitagabend auch gerne ins Kino gehen und mir einen Film auf Polnisch anschauen. Sonst kann ich im Hotelzimmer aber auch polnisches Fernsehen schauen.“

SCM hat EHF-Aus nicht vergessen

Und die nationale Küche genießen. Chrapkowski: „Alle Leckereien unserer Küche wird es vor so einem Spiel natürlich nicht geben. Aber beim Abendessen würde ich mich schon sehr freuen, wenn es Zurek gibt. Das ist eine typisch polnische Suppe mit Wurst und Ei.“

Auf der Platte der kleinen Halle will sich „Chrapek“ mit dem SCM aber keine Suppe einbrocken, die man möglicherweise nicht mehr richtig auslöffeln kann. „Das Ausscheiden vor einem Jahr gegen Porto haben wir nicht vergessen. Deshalb werden wir hochkonzentriert zur Sache gehen, auch wenn Zabrze sicher nicht die Qualität von Porto hat“, meint er.

Zabrze ist Polens Nummer drei

Möglicherweise noch nicht. Denn der Club aus Schlesien ist auf bestem Wege, hinter Kielce und Plock die Nummer drei im Nachbarland zu werden. Am vergangenen Sonntag festigte Zabrze mit einem deutlichen 32:25 gegen Pulawy den dritten Tabellenplatz. Einer der großen Leistungsträger ist Torwart Martin Galia, der einst auch in Göppingen, Lemgo und Großwallstadt zwischen den Pfosten stand. Auch der Niederländer Iso Sluijters im rechten Rückraum, Marek Dacko am Kreis und Linksaußen Bartlomiej Tomczak gehören zu den wichtigen Spielern.

Der bekannteste Mann beim Gegner des SCM steht allerdings an der Seitenlinie. Trainer von Gornik ist nämlich kein Geringerer als Marcin Lijewski, der von 2002 bis 2013 für Flensburg und den HSV in der Bundesliga spielte, dort zahlreiche Titel abräumte und mit dem HSV 2013 sogar die Champions League gewann. Chrapkowski: „Seine Verpflichtung ist auch ein Signal dafür, dass in Zabrze etwas entstehen soll. Ich kenne ihn natürlich ganz gut und glaube, dass er dort auch ganz gut hinpasst und wirklich etwas bewegen kann.“

SCM muss cool bleiben

Als „achten“ Mann kann Gornik auf die eigene Halle setzen. „Die ist eng und klein“, sagt Chrapkowski. „Da passen auch nur gut 1000 Zuschauer rein, aber die machen ordentlich Stimmung. Da müssen wir cool bleiben.“ Denn Zabrze kann befreit aufspielen. „Für die ist das ein absolutes Highlight und ein Spiel, in dem man ein Achtungszeichen setzen kann. Deshalb dürfen wir da zu keiner Phase des Spiels nachlassen.“

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