Magdeburg l Auf dem Papier scheint der Bergische HC zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison für den SC Magdeburg keine allzu große Hürde zu sein. Spricht doch die Bundesliga-Bilanz mit elf Siegen in 15 Spielen klar für den Gastgeber. „Die Mannschaft auf Spiele gegen den Bergischen HC vorzubereiten, ist aber immer besonders anstrengend und zeitaufwendig“, verrät Trainer Bennet Wiegert überraschend und erklärt: „Da sind sehr viele Dinge zu beachten und vorzubereiten, weil mein Kollege Sebastian Hinze super innovativ arbeitet. Da ist alles sehr komplex und weit weg vom normalen Mainstream.“

Bergischer HC erfordert viel Arbeit

Für die Neuzugänge des SCM ist die Videovorbereitung deshalb besonders anstrengend. Wiegert: „Für Omar Ingi Magnusson und Magnus Gullerud wird das ein hartes Brot, weil es so eine Video-Schulung für sie ja auch komplett das erste Mal bei uns gibt. Denn vor den Testspielen machen wir so etwas nicht. Und weil man bei den Videoclips über den BHC vieles selektieren muss, hätte ich gegen den BHC lieber mitten in der Saison gespielt und jetzt einen Gegner gehabt, der einfacher vorzubereiten ist.“

Große Freude auf den Start

Trotzdem wäre alles andere als ein Auftaktsieg aus Magdeburger Sicht eine Enttäuschung. Wiegert: „Ich hoffe deshalb sehr, dass wir alles abrufen können. Denn Vorbereitung und Testspiele sind etwas völlig anderes.“ Seine Spieler sind aber heiß auf den Start. „Im Wettkampf zu spielen, macht nun einmal mehr Spaß als Training oder Testspiele“, meint Christoph Steinert. Und Jannick Green sagte nach dem letzten Testspiel gegen Hannover: „Schön, dass es endlich losgeht und wir dann auch wissen, wo wir wirklich stehen.“

2000 Zuschauer sind erlaubt

Dass zumindest 2000 Zuschauer heute Abend in die Getec-Arena dürfen, freut die Mannschaft angesichts der vielen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie natürlich sehr. „Gegenüber den Spielen vor total leeren Rängen, war es schon ein großer Unterschied beim letzten Testspiel gegen Hannover, als 650 Zuschauer da waren. Deshalb erhoffen wir uns von den 2000 Fans schon eine richtige Heimatmosphäre und hoffen, dass es im Verlaufe der Saison noch mehr werden“, sagte Christian O‘Sullivan nach der gelungenen Generalprobe gegen den Ligakonkurrenten.

Hoffnung auf noch mehr Fans

Dass solche Zuschauerzahlen natürlich nicht auf Dauer das Überleben aller Bundesliga-Clubs garantieren, ist völlig klar. Denn so werden die Spiele für die Vereine ein Zuschussgeschäft, weil sie sich mit bis zu 80 Prozent über die Eintrittskarten finanzieren. Bis Weihnachten, so prognostiziert es HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, könne man die derzeitige Situation sicherlich durchhalten. Aber danach wird es eng.

Als Damoklesschwert schweben über den Bundesligisten ja auch noch kurzfristige Spielabsagen. Wenn Spieler positiv getestet werden, könnten auch ganze Teams in Quarantäne gehen. SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Für die Heimspiele unter Corona-Bedingungen fahren wir ja auch einen enormen Aufwand, um die ganzen Hygienevorschriften zu erfüllen. Und wenn plötzlich der Gegner nicht kommt, war alles umsonst und wir bleiben auf den kompletten Kosten sitzen.“

Spielplan ohne große Optionen

Darüber hinaus sind Spielverlegungen aufgrund des engen Terminplans sehr schwierig. „Ein oder zwei Spielverlegungen könnten wir irgendwie kompensieren. Wenn es zu größeren Ausfällen kommt, werden wir den Ligabetrieb, wie wir ihn eigentlich planen, möglicherweise nicht durchführen können“, sagt Ligachef Frank Bohmann und stellt auch klar, dass die Saison annulliert werden würde, falls die Liga in der Hinrunde abgebrochen werden würde.

Zunächst einmal freuen sich aber alle darüber, dass die Handbälle heute Abend wieder fliegen. Durch die Ligaaufstockung sind es sogar 38 Spieltage. Dass es dabei vier Absteiger gibt, dürfte dem SCM egal sein. Denn selbst in der Prognose von Bundestrainer Alfred Gislason gehören die Grün-Roten zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten.

Und wir in den Vorjahren werden alle Spiele im Pay-TV bei Sky als Konferenz und einzeln übertragen.