Magdeburg l Dass Robert Weber sein 2000. Bundesligator wirft, war eigentlich schon klar, als er die Trainingsjacke auszog und in der Anfangssieben stand. Aber wann wird Jubiläum gefeiert? Gleich beim ersten Siebenmeter? Nach einem Gegenstoß? Vom Siebenmeterpunkt aus war es nicht. Den netzte Matthias Musche nach einer Minute zum ersten Tor des Abends ein. Ein Angriff nach dem anderen verging, ohne dass Weber in eine echte Wurfposition kam.

Christoph Theuerkauf hatte seinen früheren Teamkollegen zwar mit einer herzlichen Umarmung begrüßt. Aber dann machte der gebürtige Magdeburger die rechte Angriffsseite des SCM geschickt zu. Auch beim Gegenstoß wollte es nicht klappen. Beim Stand von 3:1 bot sich in der 5. Minute zwar ganz kurz die Möglichkeit, Christian O’Sullivan suchte Weber auch, aber die Lücke zum Pass wurde von den Gästen schnell zugemacht.

Weber trifft zum 6:3

Knapp fünf Minuten später war er aber endlich da. Der Moment, auf den alle gewartet haben. Der Gänsehautmoment, der in die Geschichte des SC Magdeburg eingehen wird. Nach Zuspiel von Marko Bezjak war Weber endlich frei und warf zum 6:3 ein. Für den SCM war es das sechste Tor im Spiel und das 423. in der aktuellen Saison. Aber für Weber war es das 2000. Tor in der Bundesliga. Als achter Spieler überhaupt durchbrach der Österreicher diese magische Marke in der obersten deutschen Spielklasse. Und der Gänsehautmoment war noch größer als sich das wohl auch Weber selbst vorher ausmalen konnte.

Fans feiern Weber

So laut wurde lange kein Tor in der ausverkauften Getec-Arena gefeiert. Der Jubel auf den Rängen ließ die Halle wackeln. Und keinen der Zuschauer hielt es danach auf den Sitzen. Alle standen auf, um diesen historischen Moment zu huldigen. Selbst die Lemgoer wussten, was sich bei aller sportlicher Rivalität in so einem Moment gehört und nahmen kurz die Luft aus dem Spiel. „Wichtig ist, dass wir zwei Punkte geholt haben. Aber dieser Moment war natürlich Gänsehaut pur und sehr emotional“, berichtete Weber nach Abpfiff, „schön, dass es in einem Heimspiel passiert ist. Und danke auch an die Spieler von Lemgo, dass ich den Moment kurz genießen konnte.“

Bevor auch nach der Schlusssirene noch mal eine große Weber-Feier stieg, wurde auch noch Handball gespielt. Wobei es am Magdeburger Sieg aber in keiner Phase irgendeinen Zweifel gab. Nach 18 Minuten waren die Gastgeber schon auf sieben Tore enteilt und führten mit 11:4. Bester Werfer des Abends war aber wieder einmal Musche mit neun Toren. Am schönsten dabei der Treffer zum 25:17 (47.), als der Linksaußen von Torwart Dario Quenstedt auf die „Reise“ geschickt wurde. Und dass bei den Gästen der künftige SCM-Rechtsaußen Tim Hornke bester Werfer war (acht Tore), lässt schon für die neue Saison hoffen!