Magdeburg l All die lobenden Worte, die über Marko Bezjak während und nach der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen (28:32) gesagt wurden, können den Spielmacher des SC Magdeburg auch Tage später nicht aufheitern. „Es ist mein Job, Bälle zu verteilen und für Mitspieler Lücken zu reißen. Wenn andere das sehen und gut finden, habe ich wohl etwas richtig gemacht“, sagt Bezjak knapp. Ihn beschäftigt etwas anderes viel mehr: „Ich bin sehr enttäuscht. Die Niederlage tut im Herzen mehr weh als die in Melsungen, weil unsere kämpferische Leistung gut war.“

SCM nimmt sich in die Pflicht

An den Erwartungen für das Auswärtsspiel in Wetzlar Donnerstagabend (19 Uhr, Sky) hat sich durch die zweite Niederlage in Folge jedoch nichts geändert. „Selbst wenn wir die Löwen besiegt hätten, müssen wir in Wetzlar gewinnen. Zwei Punkte sind Pflicht“, sagt Bezjak.

Der 33-Jährige rackerte im Spitzenspiel am Sonntag unermüdlich, setzte seine Mitspieler in Szene und erzielte zudem vier Tore. „Er ist von Beginn an auf Betriebstemperatur“, meinte „Sky“-Experte Stefan Kretzschmar. Ein Bluterguss am linken Oberarm erinnert den Slowenen noch an die hart geführte Partie. Nach einem Bodycheck gegen Romain Lagarde musste er für zwei Minuten vom Feld.

Im Nachhinein, räumt Bezjak ein, waren zu viele Emotionen drin. „Ich war zu emotional. Das muss ich mir ankreiden“, sagt er selbstkritisch, „gerade was die Diskussionen mit den Schiedsrichtern betrifft oder auch den einen oder anderen Fehlpass.“

Woran es letztlich lag, dass der SCM immer wieder den Faden verloren hat, obwohl man in Führung lag, das kann auch Bezjak nicht erklären. „Eigentlich ist es genau umgekehrt verlaufen wie im Spiel gegen Kiel. Da waren wir cleverer und der THW hat das Spiel aus der Hand gegeben.“

Wetzlar für Überraschung gut

Jetzt also geht es zum Achtplatzierten der Bundesliga. Und nach dem 27:27, das Wetzlar dem amtierenden Meister Flensburg abtrotzte, sind die SCM-Handballer gewarnt. „Es ist wie immer: Wir müssen alles geben. Die Auswärtspartien dort sind schwer. Wetzlar setzt auf eine starke Defensive, das wird nicht einfach“, sagt Bezjak.

Ein Sieg wäre nicht nur für das Punktekonto von Vorteil – „jetzt schon vier Minuspunkte zu haben, war nicht der Plan“ – , sondern gäbe auch Rückenwind für das Pokal-Achtelfinale in Berlin. „Die Füchse spielen gerade noch keine Rolle für uns“, betont Bezjak, der es aber trotzdem für wichtig hält, rechtzeitig Fahrt aufzunehmen. „Das ist ein K.o.-Spiel. Dafür müssen wir sofort bereit sein.“

Von Druck oder einer ersten Krise will er nichts wissen. „An unserer Lage hat sich nichts geändert. Die Minuspunkte müssen wir woanders reinholen. Das wird schwer, aber noch ist nichts vorbei.“