Magdeburg l Michael Damgaard lief vor dem Kabinentrakt auf und ab. Nach dem ersten Bundesligaspiel gegen die MT Melsungen wartete er auf seine Mitspieler, die wenige Meter entfernt hinter verschlossener Tür gerade lautstark ihren ersten Auswärtssieg feierten. Danach gefragt, wie es ihm denn geht, antwortete er: „Geht gut, geht gut.“ Ein kurzes Lächeln, dann drehte er weiter seine Runden.

Momentan fällt es schwer, dem Dänen mehr zu entlocken. Immer freundlich, aber auch immer etwas in sich gekehrt – Damgaard ist weiterhin die große Unbekannte beim SC Magdeburg. Dass die Mannschaft den Ausfall des Rückraumspielers aufgrund seiner anhaltenden Knieprobleme kompensieren kann, hat sie gegen Melsungen gezeigt. Dass Damgaard trotzdem Gesprächsthema ist, hängt mit seiner individuellen Klasse zusammen. „Er kann, wenn er gut drauf ist, viele unglaubliche Sachen für uns machen“, sagt zum Beispiel Matthias Musche.

Spekulationen über Rückkehr

Und Spekulationen darüber, ob und wann er vor einer möglichen Rückkehr steht, halten sich zudem hartnäckig. So heißt es, dass Damgaard am Sonntag beim ersten Heimspiel gegen SC DHfK Leipzig auflaufen könnte. Eigentlich etwas, das Trainer Bennet Wiegert vor zwei Wochen noch kategorisch ausgeschlossen hat.

„Wenn ein Spieler fünf Wochen der Vorbereitung verpasst und individuell trainiert hat, muss man nicht denken, dass er irgendwann eine Gesundschreibung bekommt und dann aufs Handballfeld zurückkommt“, so Wiegert bei der Saisonauftaktkonferenz. „Wenn er mir irgendwann sagt, ich kann langsam wieder mittrainieren, wird das noch mal vier bis fünf Wochen dauern, bis wir ihn auf dem Stand haben, dass die Verletzungsgefahr sinkt.“ Schließlich wolle man keinen Spieler „verheizen“.

Schwer, Diagnose zu stellen

Dabei bleibt Wiegert auch jetzt noch, ganz so klar klingen seine Aussagen jedoch nicht mehr. „Zurzeit kann ich das nicht absehen. Ich kann ja auch bloß das sagen, was ich sehe“, sagt Wiegert beispielsweise. Und: „Ich freue mich, wenn er spielt, wehre mich dagegen nicht.“

So bleibt die Situation verzwickt. Den Ärzten fällt es anscheinend schwer, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Wiegert bezweifelt, dass Damgaard diese Woche mittrainieren kann. Eigentlich ein K.o.-Kriterium für einen Einsatz am Sonntag. Aber natürlich will der Trainer auch mit dem besten Kader auflaufen. „Stand jetzt habe ich mit Blick auf Michael noch große Bauchschmerzen. Deshalb tue ich gut daran, mich auf die Spieler zu konzentrieren, die gegen Melsungen gespielt haben.“

Geduld ist gefragt

Der unzufriedene Zustand hält an – für den Verein und den Spieler. „Wir brauchen da einfach Geduld. Ich bin nicht geduldig, er ist nicht geduldig – das ist eine brisante Mischung. Wir müssen uns alle in den Griff bekommen“, merkte Wiegert unlängst an. Das Geduldsspiel scheint weiterzugehen.

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