Magdeburg l An einem fehlenden Handballtor hat es nicht gelegen. Da steht eins im Garten von Jannick Green. Bälle waren ebenfalls kein Problem. Und mit Ehefrau Ditte Marie, dem neunjährigen Töchterchen Olivia und dem sechsjährigen Sohnemann Sofus waren auch drei Werfer vorhanden. „So habe ich während der langen Pause einigermaßen das Torwarttraining improvisieren können“, blickt der SCM-Torwart zurück.

Däne freut sich auf viele Bälle

Ab Montag kommen aber wieder die Bälle der Teamkollegen auf sein Tor geflogen. Green: „Da freue ich mich schon sehr drauf. Es wird auch Zeit, dass wir wieder richtig trainieren können. Wir haben uns zwar alle irgendwie fit gehalten. Aber bestimmte Sachen kann man alleine nicht trainieren.“

Mathe mit den Kindern

Um an seiner Reaktionsfähigkeit und Schnelligkeit zu arbeiten, half Green auch ein Fitlight-Gerät. Mittels Leuchtsensoren kann man über eine App da seine Reaktionszeiten ermitteln und am Computer abrufen. Green: „Der Rasen im Garten ist jetzt auch wieder in einem Top-Zustand. Denn ich hatte ja viel Zeit, ihn ausgiebig zu pflegen.“ Und weil die Kinder eine Zeit lang zu Hause lernen mussten, war der 31-Jährige auch als Lehrer gefragt. Green: „Bei Mathe und Englisch konnte ich helfen. Alles andere habe ich besser meiner Frau überlassen.“

Und wenn doch mal Langeweile aufkam, hat sich der Däne auf Youtube auch gerne mal Clips von alten Spielen angeschaut. Green: „Irgendwie verging die Zeit doch ganz schnell. Ich konnte zum Glück auch mal drei Wochen nach Dänemark fahren. Dort lief es mit den Lockerungen ja ähnlich wie in Deutschland.“

Final Four der Königsklasse umstritten

Auch die Liga wurde ähnlich wie in Deutschland vorzeitig abgebrochen und Aalborg zum Meister erklärt. Green: „Der Unterschied zu Deutschland ist aber, dass es trotzdem Absteiger und dadurch große Diskussionen gab. In Deutschland habe ich dagegen nicht verstanden, warum bei den Frauen keiner zum Meister erklärt wurde.“

Und international findet Green die Verlegung des Final-Four-Turniers der Champions League ans Ende des Jahres diskussionswürdig. „Da gehören dann ganz andere Spieler zu den Mannschaften, weshalb das aus meiner Sicht ja nichts mehr mit der alten Saison zu tun hat. Aber es ist nun einmal so. Ich möchte andererseits diese ganzen Entscheidungen auch nicht treffen müssen“, sagt Green.

Leere Arena schwer vorstellbar

Viel wichtiger ist für Green, dass im Handball schnell wieder Normalität einkehrt. „An eine Getec-Arena ohne Zuschauer könnte ich mich bei Spielen schlecht gewöhnen. Deshalb ist es vielleicht ganz gut, dass wir erst im Oktober wieder beginnen. Bis dahin hat sich hoffentlich noch mehr gelockert.“ Am Montag wird Green mit seinen Teamkollegen in der Getec-Arena aber erst einmal mit dem Training loslegen.

Und während der 31-Jährige beim Wurf-Training mit der Familie ganz bestimmt auch den einen oder anderen Ball absichtlich nicht gefangen hat, gibt es bei den Würfen der Teamkollegen kein Erbarmen.