Düsseldorf/Magdeburg l Am Ende hüpften die Handballer des SC Magdeburg im Düsseldorfer ISS-Dome wie kleine Kinder. Und ihr Freude war durchaus verständlich. Statt der Freude über das 24:23 (10:11) beim Bergischen HC und zwei ganz wichtigen Punkten hätten die Gäste auch mit hängenden Köpfen in die Kabine schleichen können. Denn nicht nur der Pausenrückstand und das knappe Endergebnis machen deutlich, dass der Ausflug nach Düsseldorf lange auf des Messers Schneide stand.

Umzug nach Düsseldorf

„Wir haben uns schwergetan. Da der Gegner kurzfristig auf den erkrankten Linus Arnesson verzichten musste,  wussten wir auch nicht so richtig, was auf uns zukommt“, erklärte ein sichtlich erleichterter SCM-Trainer Bennet Wiegert nach dem Spiel. Auch der ISS-Dome war völlig neu für die Magdeburger. Dorthin waren die Gastgeber aus Wuppertal extra umgezogen und durften sich über rund 5000 Zuschauer freuen.

Die sahen zunächst aber vor allem einen ganz starken Torwart zwischen den SCM-Pfosten. Schon nach zehn Minuten hatte Jannick Green fünf Paraden auf seinem Konto und großen Anteil daran, dass sein Team mit 4:2 vorne lag. Selbst vom zwischenzeitlichen 5:5 nach 14 Minuten ließen sich die Magdeburger nicht beunruhigen und zogen in der 20. Minute durch Matthias Musche wieder auf zwei Tore (9:7) weg.

Pausenführung für Bergischen HC

Aber allein Green konnte es nicht richten. Weil im Angriff zu viele Geschenke verteilt und die Gastgeber vor dem SCM-Tor konsequenter wurden, hieß es zwei Minuten vor der Pause plötzlich 10:10. Und zwei Sekunden vor dem Gang in die Kabinen durften die Gastgeber nach einem Tor von Fabian Gutbrod sogar eine 11:10-Halbzeitführung bejubeln.

Nach dem Seitenwechsel stand Green dann erst einmal wieder im Mittelpunkt und verhinderte mit zwei Paraden einen größeren Rückstand der Magdeburger. Tim Hornke, der  nach einem verworfenen Siebenmeter gut nachsetzte, und Musche brachten den SCM nach 36 Minuten erneut in Führung (14:13). Aber die hatten die Gastgeber innerhalb von drei Minuten gedreht und waren mit 16:14 (39.) vorn. Michael Damgaard und Christian O‘Sullivan antworteten im ständigen Auf und Ab mit dem Ausgleich für die Gäste.

Wiegert stellt mit Auszeit um

Dass im ISS-Dome bei den Eishockey-Spielen der DEG sonst die Pucks durch die Gegend fliegen und die Goalis mit ihren Fanghänden glänzen, schien dann auch Tobias Thulin motiviert zu haben. Magdeburgs Torwart aus dem Eishockeyland Schweden hielt in der 44. Minute beim Stand von 16:16 einen Siebenmeter von Jeffrey Boomhouwer sogar fest.

Zwölf Minuten vor Schluss war der BHC trotzdem wieder mit 19:18 vorn. Doch Wiegert stellte mit einer Auszeit seine Jungs taktisch noch einmal ein und forderte weniger Abspiele an den Kreis. Das ging auf. Der SCM führte knapp sechs Minuten vor Schluss mit 21:19 und durfte dank eines treffsicheren Michael Damgaard (8 Tore) und 14 Green-Paraden am Ende jubeln. Green: „Darüber sind wir sehr glücklich, weil wir auch viele Fehler gemacht haben. In der Abwehr standen wir ganz gut – und ich konnte dabei ein bisschen helfen.“