Magdeburg l Normalerweise hätten sich die Spieler und Verantwortlichen des SC Magdeburg gestern auf den Weg nach Velenje gemacht, wo für heute Abend das EHF-Cup-Gruppenspiel bei Gorenje angesetzt war. Aber so wie der von Leipzig aus geplante Charterflug nach Maribor in Slowenien storniert werden musste, hat die Europäische Handballföderation vorerst auch alle Spiele in den internationalen Wettbewerben auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.

Rückkehr in den Alltag ungewiss

Stattdessen werden sich die Grün-Roten heute nach fünf Tagen wieder treffen, um abzusprechen, wie es in den nächsten Wochen weitergehen soll. Die SCM-Handballer sollten ja eigentlich mit einem freien Wochenende neue Kräfte tanken. Jetzt sind drei weitere trainingsfreie Tage hinzugekommen. Und wann die Spieler wieder mit dem Ball in der Hand trainieren und gemeinsam in der Kabine sitzen, ist höchst ungewiss.

„Wenn alle Bewohner in Magdeburg zu Hause bleiben sollen, um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren, dann kann ich nicht sagen, wir treffen uns mit 20 Leuten zum Training und machen auch noch Kontaktsport“, sagt Trainer Bennet Wiegert.

Spielvorbereitung wohl umsonst

Telefonate mit seinen Spielern hat er bisher vermieden. „Ich möchte dadurch nicht für zusätzliche Unruhe sorgen“, begründet Wiegert. Der 38-Jährige sitzt selbst ja auch zu Hause. Wiegert: „Meine Töchter freuen sich natürlich, weil der Papa endlich mal richtig Zeit hat für sie und mit ihnen spielen kann. Ein paar Dinge habe ich auch geordnet, was ich eigentlich erst für den Sommer geplant hatte. Und die eigentlich anstehenden nächsten Spiele sind auch alle vorbereitet und die Videos dafür erstellt. Nur weiß ja keiner, wann und wie es dann weitergeht. Wahrscheinlich war das jetzt sogar alles umsonst.“

Spieler sollen individuell trainieren

Wenn die Bundesliga planmäßig nach Ostern wieder starten kann, würde es mit einem Heimspiel gegen Ludwigshafen losgehen. Wiegert: „Jetzt hätten wir gegen Lemgo gespielt. Und wenn dieses Spiel dann in den Juni verlegt werden sollte, kann ich die aktuellen Erkenntnisse ja weitestgehend vergessen.“

Klar ist natürlich auch, dass sich Leistungssportler nicht vier Wochen lang auf die Couch legen können. Wiegert: „Wie sich jeder fit hält, kann ich aber nicht bestimmen. Ob beispielsweise joggen möglich ist, hängt ja auch von den Bedingungen im jeweiligen Wohnumfeld ab. Denn Fakt bleibt, dass auch wir soziale Kontakte gering halten müssen.“