Magdeburg l Beim Mannschaftsfoto lugte Albin Lagergren noch etwas zurückhaltend zwischen Daniel Pettersson und Matthias Musche hervor, im Gespräch zeigte sich der 25-jährige Schwede und bislang einzige Neuzugang des SCM allerdings recht aufgeschlossen. „Ich freue mich sehr darüber, hier zu sein“, sagte Lagergren, der das Interview auf Englisch führte, aber unbedingt Deutsch lernen will. „Bisher spreche ich aber nur wenige Worte“, sagte er und lachte.

Seit Sonnabend ist Lagergren nun in Magdeburg, von der Stadt habe er noch nicht viel gesehen. „Ich hoffe, dass ich das heute und morgen nachholen kann.“ Der 25-Jährige kommt vom schwedischen Club IFK Kristianstad, „dort haben wir schnellen Handball gespielt, eigentlich so ziemlich dieselbe Art, wie hier in Magdeburg gespielt wird“. Beim Saisonabschluss gegen die MT Melsungen war Lagergren in der Getec-Arena zu Gast, die „fantastischen Zuschauer“ sind ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben. „Ich hoffe, wir sind dieses Jahr genauso gut wie letztes Jahr“, sagte er und schmunzelte.

Damgaard mit Knieverletzung

Damit das gelingt, hat er sich das Trikot mit der Nummer 23 übergestreift. Dieselbe Rückennummer trägt Lagergren nämlich in der schwedischen Nationalmannschaft. Dort habe sie ihm bereits Glück gebracht.

Etwas angespannt wirkte dagegen Michael Damgaard. Bei den Einzelporträts baten die Fotografen mehrmals um ein Lächeln, die Mundwinkel des Dänen zeigten jedoch nur leicht nach oben. Ihm bereitet weiterhin eine langwierige Knieverletzung Sorgen, er hatte sich bereits in der Sommerpause in Dänemark behandeln lassen. In der Vorbereitung wird der Rückraumspieler deshalb auch ein individuelles Programm absolvieren.

Mertens denkt positiv

Allerdings: Sein neues Tattoo unter dem rechten Knie deutet darauf hin, dass er sich davon nicht unterkriegen lassen will. Damgaard hat sich nämlich eine „etwas abstrakte Fledermaus“ stechen lassen, das Symbol der Comicfigur Batman, die sich unter anderem durch hartes Training und Willenskraft auszeichnet. „Darüber habe ich schon lange Zeit nachgedacht, es wird mit Sicherheit auch nicht das letzte gewesen sein“, sagte Damgaard zum Körperschmuck.

Ebenfalls weiterhin individuell trainiert Lukas Mertens nach seinem Kreuzbandriss. „Das Foto-Shooting ist ja immer der Start in die neue Saison, jetzt kann es losgehen. Für mich halt noch nicht so“, sagte Mertens etwas wehmütig. Der Linksaußen-Spieler hat nur eine Woche Urlaub gemacht, die restliche Zeit verbrachte er mit den Physiotherapeuten des SCM, konzentrierte sich auf sein Knie. Und: „Es sieht gut aus. Ich habe jetzt neun Wochen rum, bin die zweite Woche ohne Schiene und die vierte ohne Krücken. Das heißt, ich bin gut im Plan“, erklärte Mertens.

Rückkehr aufs Spielfeld noch ungewiss

In den kommenden Wochen werde er in eine Rehaklinik nach Donaustauf, Bayern, gehen. „Dadurch verpasse ich hier die Vorbereitung, kann mich aber voll auf mich konzentrieren. Ich möchte so schnell wie möglich wieder dabei sein und dafür tue ich alles“, sagte Mertens.

Wann er mit einem Comeback auf dem Spielfeld rechnet, lässt der 22- Jährige aber offen. „Jetzt ist es noch zu früh, dazu etwas zu sagen. Es sind gerade zwei Monate rum, normalerweise geht man bei einem Kreuzbandriss von einem halben bis dreiviertel Jahr aus. In drei, vier Monaten kann ich das vielleicht schon besser abschätzen.“

Beim traditionellen Fußballspiel in Möser (Sonnabend, 14 Uhr) wird Mertens somit als Zuschauer dabei sein und sein Team von der Bank aus anfeuern. Apropos Fußball: „Ich habe bei der WM ja auf Belgien gehofft, weil da mein Namensvetter Dries Mertens spielt. Aber die sind ja jetzt raus“, berichtet Mertens. Jetzt favorisiere er England. „Aber das darf ich nicht so laut sagen“, sagte Mertens und lacht. Sein kroatischer Teamkollege Zeljko Musa dürfte da nämlich etwas dagegen haben.

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