Flensburg/Magdeburg (dpa) l Bei der BSG Einheit Halle-Neustadt erlernte er das Handball-ABC, beim SC Magdeburg reifte er zum Bundesligaspieler. Nun kehrt Maik Machulla am Donnerstag (19.00 Uhr) voller Dankbarkeit als Meistertrainer der SG Flensburg-Handewitt zurück. "Magdeburg ist immer ein besonderes Pflaster, eines der schönsten Auswärtsspiele, weil es eine besondere Atmosphäre ist, eine tolle Halle und die Fans für den Verein leben", sagte der 42-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Die Erinnerungen an seine Zeit in der Börde sind immer noch frisch. "Von dieser Atmosphäre habe ich viele Jahre profitiert. Ich habe neun Jahre mit der Jugend und Bundesliga in Magdeburg verbracht und hatte das Glück, damals in einer unglaublich fantastischen Mannschaft zu spielen", meinte der gebürtige Greifswalder.

Unter SCM-Coach Lothar Doering absolvierte er 1997 seinen ersten Bundesliga-Einsatz, spielte ein Jahr später schon in der Nationalmannschaft. "Trainer wie Doering oder Peter Rost, Harry Jahns und Helmut Kurrat haben mir die Möglichkeit gegeben, mich zu entwickeln. Sie hatten einfach ein hohes professionelles Verständnis vom Handball", sagte Machulla und fügte an: "Mit Alfred Gislason kam noch was skandinavisch-isländisches hinein, so dass man in jungen Jahren schon auf sehr hohem Niveau mit den Besten arbeiten konnte. Und das hat mich in meiner ganzen Karriere geprägt."

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In seiner SCM-Ära gewann er reihenweise Pokale, darunter die bislang erste gesamtdeutsche Meisterschaft, den Supercup, Vereins-EM und den EHF-Pokal, den er auch 2008 mit der HSG Nordhorn holte. "Wir hatten ein Team mit wirklich wahnsinnig guten Weltklassespielern, holten in den vier Jahren fünf Titel", meinte Machulla. Bei den Flensburgern läuft es auch. Im April verlängerte er seinen bis Ende Juni 2020 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2023. "Das Gesamtpaket SG-Machulla stimmt", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke, der nach dem Weggang von Ljubomir Vranjes 2017 Machulla vom Assistenten zum Cheftrainer beförderte: "Maik ist ein exzellenter Trainer." Mit der SG holte Machulla in seiner ersten Saison als Cheftrainer prompt die Meisterschaft und verteidigte den Titel sogar erfoglreich.

Mit Trainerkollege Bennet Wiegert tauscht sich Machulla sogar ab und zu aus. "Natürlich haben wir eine Verbindung zueinander, man ruft sich schon mal an und bespricht einige Gegner. Oder er fragt mich nach einem Spieler, weil wir auf dem skandinavischen Markt sehr gut vernetzt sind", meinte Machulla, der früher in Magdeburg "relativ wenig Berührungspunkte" mit Wiegert hatte. "Als er in die erste Mannschaft 2002 gekommen ist, habe ich den Verein gerade verlassen."

Beide entstammen der SCM-Nachwuchs-Schule. "Damals war Magdeburg das Nonplusultra, was Nachwuchsarbeit betrifft", betonte Machulla und sprach von einem "Alleinstellungsmerkmal". Mittlerweile hätten viele Vereine aufgerüstet und den SCM auch überholt. Heutzutage "können die talentierten Spieler auswählen, wo sie das beste Paket sportlich und schulisch sehen – wie zum Beispiel Leipzig, Potsdam, Berlin".

Auch an der Förde hat das Nachwuchskonzept gegriffen. "Wenn ich sehe, was bei uns in Flensburg in den letzten fünf Jahren passiert ist, da sind wir sehr professionell auf ein anderes Niveau gekommen", sagte Machulla und nimmt alle Bundesligavereine "in die Verantwortung, professionelle Nachwuchsarbeit zu betreiben." Allerdings ist es für Spitzenclubs ein schwieriger Spagat. "Bei Vereinen wie Magdeburg, Flensburg und Kiel hängen die Trauben einfach extrem hoch, so dass man das Risiko auch ein wenig scheut. Da werden Spieler auf Umwege erstmal bei anderen Vereinen platziert und man hofft, dass die Entwicklung dementsprechend ist und holt sie dann zurück."

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