Ilsenburg l Der SC Magdeburg hat wie vergangenen Jahr das Finale um den Harz-Energie-Cup verloren. „Wir sind an uns selbst gescheitert“, sagte Torjäger Robert Weber und meinte damit nicht nur den letzten Angriff, in dem Nemanja Zelenovic den Ball nicht fangen konnte und den möglichen Ausgleich zum Siebenmeterwerfen vergab. „Wir haben einfach zu viele Chancen liegengelassen. Aber die wichtigen Spiele kommen ja erst noch“, sagte der Österreicher und spielte vor allem auf die ersten Halbzeit mit 17 Fehlversuchen an. Weber selbst zeigte seine gewohnte Treffsicherheit: Mit 31 Treffern wurde er als bester Turnierschütze unter anderem mit 500 Euro ausgezeichnet. „Ein Teil geht davon in die Mannschaftskasse“, sagte Weber.

In der ersten Halbzeit liefen die Magdeburger fast permanent einem Rückstand hinterher. Trainer Bennet Wiegert reagierte früh auf den 4:8-Stotterstart mit einer Auszeit, danach kam seine Mannschaft besser ins Rollen und erzielte beim 10:10 durch einen verwandelten Siebenmeter von Weber den Ausgleich. Nach einer doppelten Zeitstrafe konnten sich die Schützlinge von Trainer Michael Roth wieder etwas absetzen. Nach dem Treffer von Julius Kühn ging Melsungen mit einer 16:13-Führung in die Halbzeit.

Die Magdeburger mussten im Finale auf Daniel Pettersson verzichten. Der Schwede hatte sich am Freitag beim Auftaktsieg gegen Ystads IF aus Schweden einen schmerzhaften Pferdekuss im Oberschenkel zugezogen und musste so auch am Sonnabend beim 28:24 (13:12)-Sieg des SCM gegen den dänischen Champions-League-Teilnehmer Aalborg Handbold passen. Eine MRT-Untersuchung am Montag soll genaueren Aufschluss über die Schwere der Verletzung Petterssons bringen. Bei Melsungen, die durch einen 34:26-Erfolg gegen Ystads wie im Vorjahr ins Finale einzogen, fehlte Finn Lemke. Der ehemalige SCM-Abwehrchef laboriert immer noch an den Nachwirkungen einer Sprunggelenks-Verletzung.

Tempo nach der Pause

Nach der Pause wechselte SCM-Trainer Wiegert auf mehreren Positionen. Besonders der pfeilschnelle Lukas Mertens führte sich wiederum glänzend ein. Mit seinem dritten vollendeten Tempogegenstoß brachte der U-21-Nationalspieler den SCM beim 20:19 (39.) in Front. Danach wechselte die Führung mehrfach, beim 27:25 durch Kühn (53.) hatte die MT wieder einen kleinen Vorteil. Nach dem 30:30 (60.) durch Musa reichte der Treffer von Timm Schneider für die Entscheidung und erfolgreiche Pokalverteidigung der Melsunger.

Michael Löwe, Präsident des HV Ilsenburg, zog ein positives Fazit für das dreitägige Turnier. „Wir sind sehr zufrieden und echt froh und glücklich, wie das Turnier angenommen wird“, sagte Löwe angesichts von knapp 1000 Besuchern in der Harzlandhalle am Sonntag. „Auch das Feedback der Mannschaften war wieder sehr positiv.“ Die Planungen für die 29. Auflage im kommenden Jahr haben quasi schon begonnen. Zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start 2018/19 soll das Traditionsturnier seine nächste Auflage erleben. „Mit dem SCM, MT Melsungen und HC Erlangen erhalten die drei Erstplatzierten Einladungen“, sagte „Matchmaker“ Lothar Schacke.

SC Magdeburg: Green, Quenstedt – Musa (7 Tore), Chrapkowski, Musche (2), Molina, Christiansen (3), Mertens (4), O’Sullivan (3), Bezjak, Weber (9/2), Kalarash, Damgaard,  Zelenovic (2), de la Pena

Finale:
SC Magdeburg – MT Melsungen 30:31
Spiel um Platz drei:
Aalborg Handbold – HC Erlangen 25:26
Spiel um Platz fünf:
Orlen Wisla Plock – Ystads IF 28:32