Magdeburg l Unverhofft kommt oft! Vor zehn Tagen saß Ignacio Plaza Jimenez in seinem Häuschen in Ciudad Real rund 200 Kilometer südlich von Madrid. Es war 23 Uhr und der Handballer hatte zum Glück sein Handy noch an. „Mein Berater war dran und hat mir gesagt, dass ich nach Magdeburg zum Probetraining soll. Dann habe ich mir schnell ein Ticket gebucht, die Tasche gepackt und bin am nächsten Tag los“, erzählt der Neuzugang des SCM.

Weil er nach dem Probetraining direkt verpflichtet wurde, war die Tasche allerdings viel zu klein. „Ich habe mir jetzt erst einmal noch paar Shirts, Unterhosen und Socken kaufen müssen“, sagt der Spanier, der einfach nur Nacho genannt werden will.

Ignacio Plaza ist wieder locker drauf. Hinter dem 24-Jährigen liegt nämlich als Spieler der Füchse Berlin eine lange Leidenszeit. Im April 2016 bekam er im Training einen Ball mit voller Wucht auf das rechte Auge. Die Einblutung war so stark, dass er sogar Angst um sein Augenlicht hatte. Eine Operation blieb ihm aber glücklicherweise erspart.

Der nächste Rückschlag

Als er endlich richtig Fuß in der Bundesliga fassen wollte, folgte der nächste Rückschlag. Nacho zog sich im Oktober 2017 in Kiel einen Kreuzbandriss zu, fiel für den Rest der letzten Saison aus. „Das war am 21. Oktober. In Kiel. In der 56. Minute“, hat der Kreisläufer die Daten der Verletzung sofort abrufbereit. „Das war nicht mal ein harter Zweikampf, nur ein leichter Schubser. Ich habe zwar gleich gemerkt, dass da etwas geknackt hat, habe aber noch zu Ende gespielt.“

Nach neuneinhalb Monaten Pause will er nun in Magdeburg durchstarten. SCM-Trainer Bennet Wiegert: „Obwohl er so lange keinen Wettkampf bestritten hat, macht er das richtig gut. Da er die Liga kennt und gut Deutsch spricht, hat er auch keine Integrationsprobleme. Ich bin mir sicher, dass wir viel Spaß an ihm haben werden.“ Auch von seinem Ex-Club, wo der Vertrag ausgelaufen war, bekommt er viel Lob mit auf den Weg. „Schön, dass er einen neuen Verein hat. Der SCM bekommt da einen Top-Jungen mit einem Top-Charakter“, meint Füchse-Manager Bob Hanning.

Ihm war Plaza einst bei den U-19- und U-20-Weltmeisterschaften aufgefallen. Beim letztgenannten Turnier wurde er sogar als bester Kreisläufer geehrt. Hanning: „Schade, dass er sein Potenzial durch die vielen Verletzungen nie konstant abrufen konnte.“ Der 1,95-Meter-Riese kam in drei Jahren nur auf 71 Bundesliga-Spiele und 73 Tore.

Das soll sich jetzt ändern. „Ich bin kein junger Spieler mehr, weiß, was auf mich zukommt“, sagt Nacho. „Das System der Magdeburger kommt mir sehr entgegen. Und ich freue mich riesig auf das erste Heimspiel in der Getec-Arena. Wenn ich hier als Gegner auf die Platte lief, haben mich die Fans des SCM immer sehr beeindruckt.“

Morgen wartet aber erst einmal Melsungen zum Saisonstart auf den SCM. Nacho: „Ein heißer Auftakt. In Melsungen geht es auch immer hart zur Sache. Aber wir sind gut drauf und wollen einen guten Start hinlegen.“

Für Nacho geht es am Wochenende dann erst einmal zurück nach Spanien. „Ich hole meine Frau Monica und unseren dreijährigen Sohn Derek nach Magdeburg. Und dann bringe ich auch gleich eine größere Tasche und mehr Kleidung mit.“

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