Alingsas/Magdeburg l Da half Michael Damgaard auch keine Diskussion mit seinen dänischen Landsleuten mehr. Das Schiri-Duo Mads Hansen/Jesper Madsen hatte beim Wurf des SCM-Rückraumspielers zehn Sekunden vor Schluss kein Foul gesehen. Und weil Alingsas-Torwart Anton Hagvall nicht nur parierte, sondern den Ball schnell wieder ins Spiel brachte, kamen die Gastgeber mit der Schlusssekunde sogar zum 30:29-Siegtreffer durch Samuel Lindberg. Am Ende war es für die Grün-Roten unglücklich. Aber weil zuvor sogar freie Würfe reihenweise nicht genutzt wurden und letztlich unfassbare 18 technische Fehler in der Statistik standen, müssen sich die SCM-Handballer über die 29:30 (14:15)-Niederlage in Schweden nicht beschweren.

Wiegert schimpft in der Auszeit

Das rund 50 Kilometer nördlich von Göteborg gelegene Örtchen wird auch Kaffeestadt genannt aufgrund der vielen kleinen Innenhof-Cafés. Deren Angebot hätten die SCM-Spieler wohl besser ausgiebig nutzen sollen, um nach der 1000 Kilometer langen Anreise richtig wach zu sein. Torwart Tobias Thulin legte in seiner schwedischen Heimat zwar einige gute Paraden hin, aber im Angriff waren seine Teamkollegen viel zu behäbig und machten Fehler über Fehler. Nachdem Omar Ingni Magnusson sogar beim Überzahl-Spiel scheiterte, hatte Wiegert nach zwölf Minuten (4:5) genug, orderte die erste Auszeit und faltete sein Spieler ordentlich zusammen.

„Mir fällt es schwer, die Ruhe zu bewahren. Warum machen wir nicht das, was wir besprochen haben? Wir nutzen unsere Chancen zum Tempospiel überhaupt nicht und wollen den Ball ins Tor tragen. Nach zwölf Minuten haben wir schon sechs Fehlwürfe und drei technische Regelfehler“, schimpfte der Coach.

Führung schnell wieder verspielt

Aber das rüttelte sein Team nur kurz wach. Selbst als Magnusson per Siebenmeter den SCM mit 9:8 erstmals in Führung brachte und Mertens auf 10:8 (20.) erhöhte, kam keine Sicherheit ins Spiel. Nur drei Minuten später lagen die Gäste wieder mit 10:11 hinten. Dass es nicht noch schlimmer kam, war Thulin zu verdanken. Und der Rest bekam in der nächsten Auszeit erneut eine deftige Ansage. „Das ist eine bodenlose Frechheit“, schnaufte Wiegert und schob wütend die Magnete auf der Taktiktafel hin und her.

Obwohl nach einem 14:15 auch die Kabinenwände ordentlich gewackelt haben dürften, wurde es nach dem Seitenwechsel nicht besser. Die Gastgeber waren nach 38 Minuten sogar auf drei Tore (18:21) enteilt. Mit einigen taktischen Veränderungen lief es aber plötzlich besser beim SCM, der innerhalb von zwei Minuten zum 21:21 ausgleichen konnte. Magnusson hatte vom Siebenmeterpunkt aus sogar die Chance zur Führung , verwarf aber nach zuvor drei erfolgreichen Versuchen.

Starker Thulin reicht nicht

So drehte sich das Spiel erneut und der SCM lag elf Minuten vor Schluss 22:26 hinten. Doch weil die Schweden alles andere als ein Top-Team sind und selbst viele Fehler machten, kam der SCM wieder ran und glich sieben Minuten vor Schluss zum 27:27 aus. Musa sorgte sogar für das 28:27 (54.).

Doch es sollte nicht sein. Diese Führung schenkten die Magdeburger mit Fehlwürfen und Fehlern leichtfertig her. Und so nützte am Ende auch ein Thulin in Höchstform nichts. Er hatte sein Team beim 29:29 mit zwei tollen Paraden vor einem Rückstand bewahrt, um dann aber doch noch hinter sich greifen zu müssen.