Magdeburg l Mit dem schwedischen Nationalteam war Daniel Pettersson in der EM-Qualifikation auf Erfolgskurs. 33:30 gegen Rumänien, 30:16 im Kosovo – und der SCM-Rechtsaußen hat insgesamt 7 Tore zu den Siegen beigetragen. „Das lief ganz gut. Ich hatte auch viele Einsatzminuten“, erzählt Pettersson freudig. Nachdem Mattias Zachrisson von den Füchsen Berlin seine Karriere vorzeitig beendet hat, sind die Chancen im Nationalteam auf der Position des Rechtsaußen für Pettersson gestiegen. „Wir waren war auf Rechtsaußen Konkurrenten, aber trotzdem gute Freunde. Wir haben bei Eskilstuna in unserer Heimat lange zusammen gespielt und haben immer ganz gut Kontakt miteinander gehalten. Ich finde es einfach schade, dass er schon als 30-Jähriger seine Karriere beenden muss“, so Pettersson, der als Nationalspieler ziemlich große Reisestrapazen hinter sich hat.

Von Göteborg in den Kosovo, dann nach Schweden zurück und am Montag über Amsterdam nach Berlin und von dort aus mit dem Auto direkt zum Training. Der 28-Jährige hat also ordentlich Kilometer zurückgelegt. Genug Zeit eigentlich, mit Albin Lagergren auch über das Spiel des SCM gegen die Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch (19 Uhr, Sky) zu reden und eventuell eine Wette abzuschließen. Pettersson: „Nein, eine Wette gibt es nicht. Und über das Spiel haben wir eigentlich auch kaum gesprochen.“

Löwen sind SCM-Angstgegner

An der Wichtigkeit des Spiels ändert das natürlich nichts. Nach bisher zwei Niederlagen in drei Heimspielen würde eine weitere Pleite den Absturz ins Mittelfeld der Tabelle bedeuten. Und die Löwen sind der große Angstgegner des SCM. In bisher 41 Bundesligaspielen kassierten die Magdeburger 30 Niederlagen und konnten nur acht Partien gewinnen. Letztmals am 26. Dezember 2016 mit 35:32. Damals spielte Pettersson seine erste Saison im grün-roten Trikot. Von einem Löwen-Fluch will er aber nichts wissen. „Mit Statistik sollten wir uns nicht allzu lange beschäftigen, sondern uns voll und ganz auf das Duell am heutigen Mittwoch fokusieren“, sagt Pettersson und verweist darauf, dass die Serie gegen die Füchse Berlin ähnlich schlecht war und am 2. Spieltag auch geknackt wurde.

Pettersson: „Außerdem wissen wir ja, woran es lag, dass wir leider schon zwei Heimspiele verloren haben. Wir haben einfach unsere Chancen nicht konsequent genug genutzt. Aber dass wir so viele Möglichkeiten hatten, sollte uns entsprechend Mut machen.“

Pettersson selbst geht da eigentlich mit gutem Beispiel voran. In seiner bisherigen Saisonstatistik stehen 13 Tore in vier Spielen mit einer Trefferquote von 81,25 Prozent.

Beide Teams mit Verletzten

Und das Erarbeiten von Chancen ist ja eine der ganz großen Stärken von Lagergren. In der laufenden Saison hat der 28-Jährige 20 Tore selbst geworfen und elf Treffer aufgelegt. In seinen zwei Jahren beim SCM waren es 128 Tore und 107 Vorlagen in 49 Spielen. Ohne sein Verletzungspech wären es noch mehr gewesen. Doch Lagergren brach sich im Pokalfinale 2019 den rechten Mittelfuß. Und bei der EM im vergangenen Januar bekam er im Training einen Ellbogen an den Kopf und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Seit Saisonbeginn ist er bei den Löwen aber eine feste Größe. Pettersson: „Auch in der Nationalmannschaft hat er richtig gut gespielt. Wir müssen also schon sehr auf Albin achten“.

Dass dem aktuellen Tabellenführer aber mit den beiden Top-Torhütern Mikael Appelgren und Andreas Palicka zwei weitere Schweden verletzungsbedingt fehlen, ist dagegen schon ein herber Verlust. Allerdings hat auch der SCM Verletzungssorgen. Michael Damgaard fällt auf jeden Fall aus. Und hinter Torwart Jannick Green steht weiterhin ein Fragezeichen.

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